27.12.2018, 21:01 Uhr

Hamburg (AFP) Röttgen befürchtet wegen Trumps außenpolitischen Kurses "unsicherere" Welt

Norbert Röttgen (CDU). Quelle: dpa/AFP/Archiv/Soeren Stache (Foto: dpa/AFP/Archiv/Soeren Stache)Norbert Röttgen (CDU). Quelle: dpa/AFP/Archiv/Soeren Stache (Foto: dpa/AFP/Archiv/Soeren Stache)

CDU-Außenpolitiker: USA als Weltordnungsmacht nicht ersetzbar

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), hat sich besorgt über den außenpolitischen Kurs der USA unter Präsident Donald Trump geäußert. Die Vereinigten Staaten seien als Weltordnungsmacht "nicht ersetzbar", sagte Röttgen am Donnerstagabend im Interview mit den ARD-"Tagesthemen". Mit der Aufgabe dieser Rolle durch die USA werde die Welt "unsicherer, instabiler und egoistischer werden. Das ist die traurige Wahrheit."

Bei einem Truppenbesuch am Mittwochabend im Irak hatte Trump gesagt, die USA könnten "nicht weiter der Weltpolizist sein". Röttgen sagte dazu, "Weltpolizist" halte er für eine veraltete Kategorie. Es gehe vielmehr um "Weltordnung, Stabilität, Ausgleich Diplomatie". Dafür hätten die USA gestanden. Trump wolle sich von dieser Rolle aber leider verabschieden, "ohne, dass es einen Ersatz dafür gibt". China und Russland würden in die Lücke stoßen, "aber nicht im Sinne einer Ordnungsrolle", warnte Röttgen.

Er schloss sich der Forderung der US-Regierung an, dass Deutschland mehr finanzielle Lasten übernehmen müsse. "Da haben wir Nachholbedarf", sagte der CDU-Politiker. Anderenfalls habe Deutschland nicht das Recht, die USA für ihr schwindendes weltpolitisches Engagement zu kritisierten.

Trump hatte den überraschenden Truppenbesuch im Irak dazu genutzt, seine Abzugspläne für das benachbarte Bürgerkriegsland Syrien zu verteidigen. "Es ist nicht fair, wenn die Last ganz auf uns liegt", sagte er vor den US-Soldaten. "Wir wollen nicht mehr ausgenutzt werden von Ländern, die uns und unser unglaubliches Militär benutzen, um sie zu schützen. Sie zahlen nicht dafür und das werden sie müssen."

In der Vergangenheit hatte Trump von Deutschland und anderen Nato-Verbündeten immer wieder deutlich höhere Verteidigungsausgaben gefordert.


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