27.12.2018, 12:39 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Früherer Nato-General Ramms kritisiert Trumps Abzugspläne für Afghanistan

US-Soldaten in Afghanistan im August 2015. Quelle: AFP/Archiv/Wakil KOHSAR (Foto: AFP/Archiv/Wakil KOHSAR)US-Soldaten in Afghanistan im August 2015. Quelle: AFP/Archiv/Wakil KOHSAR (Foto: AFP/Archiv/Wakil KOHSAR)

Afghanistan-Einsatz des Bündnisses "hätte dann keinen Sinn mehr"

Die Pläne von US-Präsident Donald Trump zur Halbierung der Truppenstärke in Afghanistan gefährden nach Einschätzung des früheren Nato-Generals Egon Ramms die Nato-Mission am Hindukusch. "Der Truppenabzug würde bedeuten, dass die Amerikaner wesentliche Unterstützungsleistungen für die anderen dort eingesetzten Nationen wie beispielsweise Deutschland nicht mehr leisten könnten", sagte Ramms am Donnerstag dem Sender HR Info. "Der militärische Afghanistan-Einsatz 'Resolute Support' hätte dann letztendlich keinen Sinn mehr."

Die 1300 Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan seien auf die Unterstützungsleistung der US-Armee angewiesen, sagte Ramms dem Sender. Bei einem Teilabzug der US-Truppen geriete die Bundeswehr in eine sehr schwierige Situation. "Die politische Führung in Deutschland muss dann eine Entscheidung treffen, ob man die Afghanistan-Mission im jetzigen Umfang beibehalten kann."

Ramms äußerte die Befürchtung, dass die islamistischen Taliban oder die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) den Teilabzug nutzen würden, um in Afghanistan Boden zu gewinnen. Trump hatte angekündigt, dass die USA rund die Hälfte ihrer 14.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen wollten. Einzelheiten sind bislang unklar.

Ramms war von 2007 bis 2010 als Befehlshaber des Nato-Hauptquartiers im niederländischen Brunssum für den Afghanistan-Einsatz verantwortlich.


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