23.12.2018, 12:05 Uhr

Tokio (AFP) Gericht in Tokio verlängert Untersuchungshaft für Renault-Chef Ghosn

Carlos Ghosn. Quelle: AFP/Archiv/Toshifumi KITAMURA (Foto: AFP/Archiv/Toshifumi KITAMURA)Carlos Ghosn. Quelle: AFP/Archiv/Toshifumi KITAMURA (Foto: AFP/Archiv/Toshifumi KITAMURA)

Hoffnung auf Freilassung nach neuem Haftbefehl zerschlagen

Die Hoffnungen des in Japan inhaftierten Automanagers Carlos Ghosn auf eine rasche Freilassung haben sich zerschlagen. Ein Gericht in Tokio verlängerte die Untersuchungshaft für den Renault-Chef am Sonntag um zehn Tage bis einschließlich 1. Januar. Die Verlängerung stützt sich auf einen neuen Haftbefehl, den die Staatsanwaltschaft erst am Freitag ausgestellt hatte.

Ghosn war am 19. November unter dem Verdacht von Finanzvergehen festgenommen worden. Er sitzt in einer kleinen Zelle in einer Haftanstalt im Norden Tokios ein. Erst am Donnerstag hatte das Bezirksgericht eine Verlängerung der Untersuchungshaft abgelehnt, eine Freilassung des Managers auf Kaution zeichnete sich ab.

Am Freitag wurde dann aber der neue Haftbefehl ausgestellt. Er stützt sich auf den Verdacht, dass Ghosn einen persönlichen Investitionsverlust von 16 Millionen Dollar auf Nissan abgewälzt haben könnte. Der 64-Jährige hatte lange auch den japanischen Autokonzern geführt.

Berichten zufolge weist Ghosn auch den neuen Vorwurf zurück. Er argumentiere, es habe sich um eine legale Transaktion gehandelt. Wegen des neuen Vorwurfs kann die Untersuchungshaft am 1. Januar noch einmal um zehn Tage verlängert werden.

Die Ankläger hatten erst am 10. Dezember offiziell Anklage erhoben. Sie werfen Ghosn vor, er habe in den Jahren 2010 bis 2015 ein um fünf Milliarden Yen (rund 39 Millionen Euro) zu niedriges Einkommen deklariert. Zudem soll er sich persönlich an Firmenkapital des Autobauers Nissan bereichert haben.

Nissan und der japanische Autobauer Mitsubishi haben Ghosn als Verwaltungsratsvorsitzenden abgesetzt. Renault hält offiziell an Ghosn als Vorstandschef fest. Die Geschäfte führt vorläufig sein Stellvertreter Thierry Bolloré. Die Autokonzerne Renault, Nissan und Mitsubishi hatten zuletzt erklärt, sie wollten ungeachtet der Affäre um Ghosn an ihrer Allianz festhalten.


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