22.12.2018, 21:14 Uhr

London (AFP) Paddy Ashdown nach Krebserkrankung gestorben

Paddy Ashdown ist mit 77 Jahren gestorben. Quelle: AFP/Archiv/Adrian DENNIS (Foto: AFP/Archiv/Adrian DENNIS)Paddy Ashdown ist mit 77 Jahren gestorben. Quelle: AFP/Archiv/Adrian DENNIS (Foto: AFP/Archiv/Adrian DENNIS)

Ex-UN-Repräsentant für Bosnien wurde 77 Jahre alt

Der frühere Hohe Repräsentant der Vereinten Nationen für Bosnien und Herzegowina, der Brite Paddy Ashdown, ist tot. Er sei im Alter von 77 Jahren gestorben, teilte die britische Liberaldemokratische Partei am Samstag mit, an deren Spitze von 1988 bis 1999 gestanden hatte.

Ashdown habe einen "unermesslichen Beitrag zur Förderung der Sache des Liberalismus" geleistet, erklärte seine Partei. Er werde "schmerzlich vermisst" werden. Im November hatte Ashdown öffentlich gemacht, dass er an Blasenkrebs litt.

Nach seiner Zeit als Marineinfanterist war Ashdown ins Außenministerium in London gewechselt, das ihn als Diplomat der britischen UN-Delegation in Genf entsandte. Als UN-Beauftragter trimmte er Bosnien und Herzegowina von 2002 bis 2006 mit harter Hand auf ein funktionstüchtiges Regierungssystem. Dabei entließ er Dutzende serbische Amtsträger wegen mutmaßlicher Verwicklungen in Kriegsverbrechen.

2008 wollte der damalige UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dass Ashdown die Nachfolge des Deutschen Tom Koenigs als UN-Gesandter für Afghanistan antritt. Weil die Regierung in Kabul den Briten jedoch ablehnte, erklärte er seinen Verzicht auf den Posten. Ashdown wurde für seine Verdienste mehrfach von der britischen Königin Elizabeth II. geehrt.


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