20.12.2018, 12:54 Uhr

Berlin (AFP) Maas: US-Abzug aus Syrien könnte Kampf gegen IS schaden

Bundesaußenminister Heiko Maas. Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ                     )Bundesaußenminister Heiko Maas. Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ )

Außenminister sieht weiterhin Bedrohung durch den IS

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat die US-Entscheidung zum Abzug der Truppen aus Syrien scharf kritisiert. "Es besteht die Gefahr, dass diese Entscheidung dem Kampf gegen IS schadet und die erreichten Erfolge gefährdet", erklärte Maas am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sei zwar zurückgedrängt, aber die Bedrohung sei noch da.

In einer weiteren Erklärung von Maas hieß es: "Nicht nur für uns kommt der abrupte Kurswechsel der amerikanischen Seite überraschend." Es bestehe die Gefahr, dass die Konsequenzen dieser Entscheidung dem Kampf gegen den IS schaden und die erreichten Erfolge gefährden. "Nach wie vor gibt es Strukturen im Untergrund, sind die Terroristen im Osten Syriens aktiv."

Der Kampf gegen den IS entscheide sich auf der langen Strecke, militärisch und mit zivilen Mitteln, erklärte Maas. Um eine Stabilisierung zu erreichen, würden Sicherheit und eine politische Ordnung benötigt, die für die Zukunft trage. "Deshalb arbeiten wir, mit unseren Partnern, für einen politischen Prozess. Die Führungsrolle muss bei den Vereinten Nationen liegen."

Trump hatte seine Verbündeten zuvor mit der Ankündigung überrascht, sämtliche US-Truppen aus Syrien abzuziehen. Der US-Präsident begründete seine Entscheidung damit, dass der IS in Syrien besiegt sei. Deutschland ist seit Jahren militärisch an einer multinationalen Koalition beteiligt, die den IS in Syrien und im Irak bekämpft.


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