20.12.2018, 11:25 Uhr

Tokio (AFP) Japan erwägt Rückzug aus der Internationalen Walfangkommission

Getöteter Wal. Quelle: Ritzau Scanpix/AFP/Archiv/Mads Claus Rasmussen (Foto: Ritzau Scanpix/AFP/Archiv/Mads Claus Rasmussen)Getöteter Wal. Quelle: Ritzau Scanpix/AFP/Archiv/Mads Claus Rasmussen (Foto: Ritzau Scanpix/AFP/Archiv/Mads Claus Rasmussen)

Tokio will kommerziellen Walfang wieder aufnehmen

Japan erwägt einen Rückzug aus der Internationalen Walfangkommission (IWC). "Wir ziehen alle Optionen in Betracht", sagte Yuki Morita von der japanischen Fischereiagentur am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Das umfasse auch einen Austritt aus der IWC. Ein Vertreter des japanischen Außenministeriums sagte, es lägen "alle Optionen auf dem Tisch". "Es ist aber noch nichts formal entschieden."

Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, ein Beschluss für einen IWC-Austritt solle noch zum Jahresende erfolgen.

Die Organisation zum Schutz der Wale und Delfine (WDC, Wale and Dolphin Conservation) kritisierte, Japan kehre internationalen Artenschutzbemühungen den Rücken. "Es ist möglich, dass andere Länder Japans Beispiel folgen und den kommerziellen Walfang in ihren Küstenregionen wieder aufnehmen." Für die Wale sei dies "verheerend".

Japan war im September in der IWC mit einem Antrag auf eine Rückkehr zum kommerziellen Walfang gescheitert. Der japanische Vize-Fischereiminister Masaaki Taniai warnte daraufhin, Japan sehe sich zu einer "grundlegenden Neubewertung seiner Position als Mitglied der IWC veranlasst". Japan argumentiert, die Walbestände hätten sich so weit erholt, dass der kommerzielle Walfang wieder zugelassen werden könne.

Der kommerzielle Walfang ist seit dem Jahr 1986 international verboten. Japan nutzt aber eine Lücke in der Vereinbarung, wonach Wale zu Forschungszwecken getötet werden dürfen. Das Land macht wissenschaftliche Gründe für den Walfang geltend, das Fleisch getöteter Wale wird aber anschließend zum Verzehr verwendet. Die beiden anderen großen Walfangnationen Island und Norwegen widersetzen sich offen dem Fangverbot von 1986.


0 Kommentare