19.12.2018, 10:10 Uhr

Brüssel (AFP) EU-Staaten einigen sich auf Fangquoten für 2019 in Nordsee und Atlantik

Heringe in einer Fischkiste. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Stefan Sauer (Foto: dpa/AFP/Archiv/Stefan Sauer)Heringe in einer Fischkiste. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Stefan Sauer (Foto: dpa/AFP/Archiv/Stefan Sauer)

Deutliche Quotenkürzungen für deutsche Fischer

Die EU-Staaten haben sich auf neue Fangquoten für die Nordsee und den Atlantik für das kommende Jahr verständigt. Die EU-Fischereiminister einigten sich in der Nacht zum Dienstag in Brüssel auf Fangbegrenzungen für 59 Fischarten im Jahr 2019 - sechs mehr als noch 2018. Für deutsche Fischer stehen insbesondere bei der Quote der wichtigsten Fischsorte, dem Hering, deutliche Kürzungen bevor. Umweltschützer äußerten dennoch scharfe Kritik.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung sinkt die Quote für Hering deutscher Fischer um 40 Prozent auf knapp 40.000 Tonnen. Außerdem dürfen sie 35 Prozent weniger Kabeljau und 20 Prozent weniger Makrelen fangen. Die erlaubt Fangmenge für Seelachs steigt um 16 Prozent auf knapp 13.000 Tonnen.

"Diese harten Schnitte sind notwendig, damit wir auf Nachhaltigkeitskurs bleiben", erklärte der Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Hermann Onko Aeikens. Die EU will, dass alle Arten bis 2020 nachhaltig befischt werden. "Das erreichen wir nur, wenn wir den natürlichen Schwankungen der Fischbestände mit unseren Beschlüssen angemessen Rechnung tragen", fügte Aeikens hinzu.

Wie bereits für 2018 lehnten die EU-Fischereiminister ein generelles Fangverbot für den gefährdeten Europäischen Aal ab. Stattdessen soll es erneut eine dreimonatige Schonzeit geben, die nun auch im Mittelmeer gelten soll.

Zudem tritt das bereits vor einigen Jahren beschlossene und seitdem schrittweise eingeführte Rückwurf-Verbot 2019 endgültig in Kraft. Unerwünschter Beifang darf dann nicht mehr ins Meer zurückgeworfen werden. "Das ist ein Meilenstein für die reformierte Gemeinsame Fischereipolitik, aber auch eine Herausforderung für unsere Fischer", erklärte Österreichs Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger, die für die österreichische Ratspräsidentschaft den Verhandlungen vorsaß.

Umweltschützer kritisierten die vereinbarten Maßnahmen und Quoten scharf und als nicht ausreichend. Organisationen wie der WWF oder Our Fish werfen den EU-Staaten seit Jahren vor, bei der Festlegung der Fischereiquoten wissenschaftliche Empfehlungen zu ignorieren. "Vier von zehn Fischbeständen im Nordostatlantik schrumpfen - daran werden die neuen Quoten auch im kommenden Jahr nichts ändern", erklärte der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack.


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