18.12.2018, 14:06 Uhr

Hamburg (AFP) G20-Randalierer wegen gewalttätigem Aufmarsch in Hamburg vor Gericht

Rauchwolken über der Elbchaussee am 7. Juli 2017. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Boris Roessler (Foto: dpa/AFP/Archiv/Boris Roessler)Rauchwolken über der Elbchaussee am 7. Juli 2017. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Boris Roessler (Foto: dpa/AFP/Archiv/Boris Roessler)

Prozess um brennende Autos und Attacken an der Elbchaussee

Eineinhalb Jahre nach den Ausschreitungen während des G20-Gipfels in Hamburg hat in der Hansestadt ein Prozess gegen fünf mutmaßliche Randalierer begonnen. Sie sollen sich an einem gewalttätigen Aufmarsch an der Elbchaussee beteiligt haben und müssen sich seit Dienstag wegen schweren Landfriedensbruchs und anderer Delikte vor dem Landgericht verantworten. Dabei wurden zahlreiche Autos anzündet sowie laut Anklage Sachschäden von einer Million Euro angerichtet.

Der Aufmarsch von mehr als 200 vermummten Randalierern am Morgen des 7. Julis hatte die Polizei überrascht und trug maßgeblich zu dem Eindruck bei, den Sicherheitskräften könnte zeitweise die Kontrolle entgleiten. Teilnehmer zündeten der Staatsanwaltschaft zufolge mindestens 19 Autos an, attackierten aber auch Menschen. Es gab acht Verletzte. Außerdem wurden Häuser attackiert und beschädigt.

Den fünf Angeklagten im Alter zwischen 18 und 24 Jahren werden dabei keine Sachbeschädigungen oder Brandstiftungen vorgeworfen. Ihnen wird zur Last gelegt, zu der gewalttätigen Gruppe gehört und damit als Mittäter für die damaligen Straftaten mitverantwortlich zu sein. Bei einem Schuldspruch drohen ihnen lange Gefängnisstrafen.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um vier Deutsche und einen Franzosen. Dieser ist zusätzlich wegen Stein- und Flaschenwürfen auf Polizisten an anderer Stelle angeklagt. Drei der Männer sitzen in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind zunächst Termine bis Mai angesetzt.

Zum Verfahrensauftakt am Dienstag wurden einem Gerichtssprecher zufolge die Anklagen verlesen, danach gaben einige Verteidiger Stellungnahmen dazu ab. Der Prozess wird im Januar fortgesetzt.

Die Männer waren im Sommer durch Ermittlungen der Hamburger Polizei identifiziert worden. Beim G20-Gipfel in Hamburg hatte es tagelang schwere Ausschreitungen gegeben. Polizei und Justiz suchen seitdem mit großem Aufwand nach Verdächtigen. Es gab bereits mehr als 3000 Ermittlungsverfahren und zahlreiche Prozesse gegen Randalierer.

Am Vorabend des Verfahrens demonstrierten nach Polizeiangaben in Hamburg rund 320 Sympathisanten der Angeklagten. Sie zogen am Montagabend bis vor das Untersuchungsgefängnis. Rund 1100 Beamte waren im Einsatz. Zwischenfälle oder Festnahmen gab es dabei nicht.


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