14.12.2018, 17:38 Uhr

Hamburg (AFP) "Spiegel": Bundesamt spricht sich gegen Huawei-Boykott aus

Huawei-Logo. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Robert Schlesinger (Foto: dpa/AFP/Archiv/Robert Schlesinger)Huawei-Logo. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Robert Schlesinger (Foto: dpa/AFP/Archiv/Robert Schlesinger)

BSI sieht keine konkreten Beweise für Spionageverdacht gegen Konzern aus China

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sieht keine konkreten Beweise für einen Spionageverdacht gegen den chinesischen Telekommunikationsriesen Huawei. Wie der "Spiegel" am Freitag berichtete, spricht sich die Behörde gegen einen Bann des Unternehmens etwa beim anstehenden Aufbau der neuen 5G-Mobilfunknetze aus. "Für so gravierende Entscheidungen wie einen Bann braucht man Belege", sagte BSI-Präsident Arne Schönbohm dem Nachrichtenmagazin. Diese lägen seiner Behörde nicht vor.

Der chinesische Konzern ist einer der weltweit größten Telekommunikationsausrüster. In mehreren Ländern war Huawei zuletzt allerdings eine zu große Nähe zu den Behörden in Peking vorgeworfen worden. Die USA drängen Berichten zufolge ihre Verbündeten aufgrund von Sorgen um die Cybersicherheit dazu, Huawei-Technik nicht zu verwenden. Telekommunikationskonzerne in mehreren Ländern, darunter Großbritannien, Neuseeland und Australien, verzichten auf Huawei-Technik.

Im Beisein des BSI-Präsidenten eröffnete Huawei indes erst im November in Bonn ein "Sicherheitslabor", in dem deutsche Kunden unter anderem den Quellcode von Huawei-Produkten prüfen können. Ähnliche Einrichtungen wünsche er sich auch von anderen Herstellern, sagte Schönbohm dem "Spiegel". Seine Spezialisten verließen sich zudem nicht nur auf das konzerneigene Labor, sondern besorgten Huawei-Bauteile auf der ganzen Welt, um sie zu untersuchen.

Bereits im März habe sich ein Telekom-Vorstand beim BSI und beim Bundesamt für Verfassungsschutz erkundigt, ob dort die Warnmeldungen von US-Sicherheitsbehörden gegen chinesische Hersteller geteilt würden, berichtete der "Spiegel" weiter. Schönbohm habe darauf im März im Namen beider Behörden geantwortet, dazu lägen "derzeit keine belastbaren Erkenntnisse" vor. Sollte sich das ändern, werde man aktiv auf die deutsche Industrie zugehen.


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