14.12.2018, 09:57 Uhr

Mainz (AFP) "Politbarometer": Union legt nach Wahl von neuer CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer zu

Neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Quelle: AFP/Archiv/John MACDOUGALL (Foto: AFP/Archiv/John MACDOUGALL)Neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Quelle: AFP/Archiv/John MACDOUGALL (Foto: AFP/Archiv/John MACDOUGALL)

Auch "AKK" verbessert Zustimmungswerte deutlich - Schäuble mit Ansehensverlusten

Nach der Wahl der neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer legt die Union im aktuellen ZDF-"Politbarometer" deutlich zu: Laut der am Freitag veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen kommen CDU und CSU auf 30 Prozent, das ist eine Steigerung um drei Prozentpunkte. Die SPD kann ein leichtes Plus von einem Prozentpunkt für sich verbuchen und erreicht nun 15 Prozent.

Die AfD liegt gleichauf mit den Sozialdemokraten (minus eins). Die Grünen verlieren drei Punkte und sind nun bei 19 Prozent. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, erhielte die FDP sieben Prozent (minus eins), die Linke bliebe bei neun Prozent. Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen eine knappe parlamentarische Mehrheit.

"AKK" selbst verbessert nach dem Hamburger Parteitag ihre Zustimmungswerte. In der Gesamtbevölkerung und besonders bei den Anhängern der Union ist laut "Politbarometer" eine Mehrheit der Meinung, dass Kramp-Karrenbauer die Richtige für das Amt des CDU-Vorsitzes ist: 55 Prozent aller Befragten und 72 Prozent der Unions-Anhänger sehen das so.

Nach der Wahl zum CDU-Vorsitz, die Kramp-Karrenbauer nur knapp gegen Friedrich Merz für sich entschieden hatte, nimmt eine Mehrheit von 60 Prozent die CDU in wichtigen politischen Fragen eher als zerstritten denn als einig (34 Prozent) wahr.

Gespalten sind die Befragten, wenn es um die "Kanzlerfähigkeit" von Kramp-Karrenbauer geht. 38 Prozent halten sie für geeignet, 41 Prozent sehen das nicht so. Auch bei den CDU/CSU-Anhängern ist eine gewisse Skepsis spürbar: Nur 54 Prozent gehen davon aus, dass "AKK" Kanzlerin kann, während mit 29 Prozent gut ein Viertel das bezweifelt.

Auf der Liste der zehn beliebtesten Politiker wurden die ersten vier Plätze dieses Mal aufgrund von Unterschieden im Hundertstel-Bereich vergeben: Alle vier erreichen auf einer Skala von +5 bis -5 einen Durchschnittswert von 1,3. Dabei ist zwar Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) weiterhin auf Platz eins, allerdings muss er starke Einbußen hinnehmen. Bei der letzten Befragung war er auf 1,8 gekommen.

Auf Platz zwei kommt Grünen-Chef Robert Habeck (vorher 1,5), Platz drei geht an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) (1,1) und Platz vier an Kramp-Karrenbauer, die sich deutlich verbessern kann (1,0). Danach folgen Finanzminister Olaf Scholz, Außenminister Heiko Maas (beide SPD), FDP-Chef Christian Lindner und Ex-Unionsfraktionschef Merz.

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 11. bis 13. Dezember telefonisch 1268 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Die Befragung ist demnach repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich wurde je nach Anteilswert mit zwei bis drei Prozentpunkten angegeben.


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