13.12.2018, 23:47 Uhr

Genf (AFP) Chef des UN-Aids-Programms bietet vorzeitigen Rücktritt an

Unaids-Chef Michel Sidibé. Quelle: AFP/Archiv/Thomas SAMSON (Foto: AFP/Archiv/Thomas SAMSON)Unaids-Chef Michel Sidibé. Quelle: AFP/Archiv/Thomas SAMSON (Foto: AFP/Archiv/Thomas SAMSON)

Michel Sidibé beugt sich Druck nach Belästigungs-Affäre in UN-Organisation

Der wegen Missständen in seiner Organisation unter Druck geratene Chef des UN-Programms zur Bekämpfung von Aids (Unaids) hat seinen Rücktritt für das kommende Jahr angeboten. Michel Sidibé sei zu einem "geordneten Übergang" im Juni bereit, erklärte eine Unaids-Sprecherin am Donnerstag. Die Amtszeit des Maliers, der Unaids seit neun Jahren führt, endet regulär im Januar 2020.

Sidibé steht wegen des Vorwurfs unter Druck, Mobbing, sexuelle Belästigung und Missbrauch innerhalb des UN-Programms geduldet zu haben. Sidibé habe "eine Kultur der Straflosigkeit" zugelassen, hieß es in einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Expertenbericht. Er soll auch einen "Personenkult" um sich betrieben haben.

Schweden forderte deswegen am Mittwoch Sidibés sofortigen Rücktritt und kündigte an, bis dahin die finanzielle Unterstützung für die Organisation auf Eis zu legen. Schweden ist der zweitgrößte Beitragszahler nach den USA und unterstützte Unaids in diesem Jahr mit umgerechnet gut 30 Millionen Euro.


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