01.12.2018, 00:19 Uhr

Buenos Aires (AFP) Merkel steigt mit Verspätung in das Programm des G20-Gipfels ein

Merkel steigt in Programm des G20-Gipfels ein. Quelle: G20 PRESS OFFICE/AFP/HO (Foto: G20 PRESS OFFICE/AFP/HO)Merkel steigt in Programm des G20-Gipfels ein. Quelle: G20 PRESS OFFICE/AFP/HO (Foto: G20 PRESS OFFICE/AFP/HO)

Kanzlerin plaudert beim Gruppenfoto mit Putin

Nach ihrer verspäteten Ankunft in Buenos Aires ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in das Programm des G20-Gipfels eingestiegen. Merkel erschien bei dem Empfang der Gipfelteilnehmer am Freitagabend in dem berühmten Colón Theater in der argentinischen Hauptstadt. Beim Gruppenfoto stand Merkel neben dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, mit dem sie einige Worte wechselte.

In dem Theater verfolgten die Staats- und Regierungschef eine Tanzdarbietung, im Anschluss stand ein gemeinsames Abendessen auf dem Programm. An dem Abendprogramm nahmen auch die mitgereisten Partner teil. Merkel kam jedoch alleine, da ihr Mann Joachim Sauer nach der Panne des Regierungsfliegers der Kanzlerin die Reise nach Argentinien mit einer Linienmaschine nicht mehr antrat.

Wegen des Vorfalls verzögerte sich Merkels Anreise zu dem Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer deutlich. Anstatt Freitagmorgen kam die Kanzlerin erst am Abend in Begleitung von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) in der Maschine der spanischen Fluggesellschaft Iberia in Buenos Aires an.

Merkel verpasste die Beratungen der Staats- und Regierungschefs der großen Industrie- und Schwellenländer am ersten Gipfeltag weitgehend. In der Runde vertreten wurde sie durch ihren Wirtschaftsberater und Chefunterhändler Lars-Hendrik Röller. Ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump musste auf Samstag verschoben werden.

Weil ihre Regierungsmaschine wegen eines defekten Elektrobauteils am Donnerstagabend umkehren und in Köln-Bonn landen musste, flog die Kanzlerin am Freitag zuerst nach Madrid und von dort mit dem Linienflug nach Buenos Aires.

Es habe bei dem Vorfall mit dem Regierungsflieger "Konrad Adenauer" zu "keiner Zeit Gefahr für Leib und Leben" der Passagiere bestanden, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz in Berlin.

Für die Panne war nach Angaben der Luftwaffe der Ausfall einer elektronischen Verteilerbox verantwortlich. Es sei das erste Mal gewesen, dass dieses Bauteil ausgefallen sei, sagte Luftwaffen-Sprecher Oberst Guido Henrich. Einen kriminellen Hintergrund schloss er aus.

Durch die Panne fielen beide Funksysteme aus, wie der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Jens Flosdorff, sagte. Daher sei über ein Satellitentelefon kommuniziert worden. Der Pilot habe angesichts der "höheren abstrakten Gefahr" durch den Funkausfall "sehr umsichtig" gehandelt. Eine mögliche Cyberattacke schloss Flosdorff aus.

Laut Flosdorff stand zwar eine Ersatzmaschine in Berlin bereit, allerdings konnte diese nicht eingesetzt werden, weil durch den Zwischenstopp in Köln-Bonn die maximal erlaubten Dienstzeiten der Crew überschritten worden wären.

Die Flugbereitschaft hat für Langstrecken zwei Regierungsmaschinen vom Typ Airbus A340. Der zweite Flieger, "Theodor Heuss", sollte laut Flosdorff noch am Freitag nach Buenos Aires starten, um Merkel nach dem Gipfel zurück nach Berlin zu bringen. Beide A340 seien am Donnerstag gewartet und einsatzbereit gewesen. Die Maschinen würden "sehr regelmäßig" und "sehr sorgfältig" gewartet, hob der Sprecher des Verteidigungsministeriums hervor.


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