30.11.2018, 22:49 Uhr

Buenos Aires (AFP) Merkel mit großer Verspätung zum G20-Gipfel in Buenos Aires eingetroffen

Merkel bei der Zwischenlandung in Köln. Quelle: dpa/AFP/Jörg BLANK (Foto: dpa/AFP/Jörg BLANK)Merkel bei der Zwischenlandung in Köln. Quelle: dpa/AFP/Jörg BLANK (Foto: dpa/AFP/Jörg BLANK)

Kanzlerin verpasst wegen Flugzeug-Panne Auftakt der Beratungen

Ende einer schwierigen Anreise: Mit mehrstündiger Verspätung ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Buenos Aires angekommen, um am G20-Gipfel teilzunehmen. Der Flughafen Buenos Aires Ezeiza zeigte den Linienflug der Kanzlerin am Freitagabend auf seiner Internetseite als gelandet an, deutsche Regierungskreise bestätigten das Eintreffen der Kanzlerin. Merkel musste wegen einer Panne ihres Regierungsflugzeugs mit einer Maschine der spanischen Gesellschaft Iberia zu dem Gipfel in der argentinischen Hauptstadt anreisen.

Merkel verpasste wegen ihrer verspäteten Ankunft die Beratungen der Staats- und Regierungschefs der großen Industrie- und Schwellenländer am ersten Gipfeltag weitgehend. In der Runde vertreten wurde sie durch ihren Wirtschaftsberater und Chefunterhändler Lars-Hendrik Röller. Auch ein bilaterales Treffen mit US-Präsident Donald Trump musste wegen der Flugzeug-Panne verschoben werden. Das Gespräch will Merkel am Samstag nachholen.

Weil ihre Regierungsmaschine wegen eines defekten Elektrobauteils am Donnerstagabend umkehren und in Köln-Bonn landen musste, flog die Kanzlerin am Freitag zuerst nach Madrid und von dort mit dem Linienflug nach Buenos Aires. Ebenfalls an Bord war Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD).

Es habe bei dem Vorfall mit dem Regierungsflieger "Konrad Adenauer" zu "keiner Zeit Gefahr für Leib und Leben" der Passagiere bestanden, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz in Berlin. Für die Panne war nach Angaben der Luftwaffe der Ausfall einer elektronischen Verteilerbox verantwortlich. Es sei das erste Mal gewesen, dass dieses Bauteil ausgefallen sei, sagte Luftwaffen-Sprecher Oberst Guido Henrich. Einen kriminellen Hintergrund schloss er aus.

Durch die Panne fielen beide Funksysteme aus, wie der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Jens Flosdorff, sagte. Daher sei über ein Satellitentelefon kommuniziert worden. Der Pilot habe angesichts der "höheren abstrakten Gefahr" durch den Funkausfall "sehr umsichtig" gehandelt. Eine mögliche Cyberattacke schloss Flosdorff aus.

Laut Flosdorff stand zwar eine Ersatzmaschine in Berlin bereit, allerdings konnte diese nicht eingesetzt werden, weil durch den Zwischenstopp in Köln-Bonn die maximal erlaubten Dienstzeiten der Crew überschritten worden wären.

Die Flugbereitschaft hat für Langstrecken zwei Regierungsmaschinen vom Typ Airbus A340. Der zweite Flieger, "Theodor Heuss", sollte laut Flosdorff noch am Freitag nach Buenos Aires starten, um Merkel nach dem Gipfel zurück nach Berlin zu bringen. Beide A340 seien am Donnerstag gewartet und einsatzbereit gewesen. Die Maschinen würden "sehr regelmäßig" und "sehr sorgfältig" gewartet, hob der Sprecher des Verteidigungsministeriums hervor.

Womöglich bringe der Austausch mit zivilen Fluggesellschaften weitere Erkenntnisse zu dem Vorfall. Zwischen Juni 2016 und Juni 2018 kam es demnach bei VIP-Transporten der Flugbereitschaft zu weniger als zwei Prozent "Totalausfällen". Insgesamt flog die Flugbereitschaft in diesem Zeitraum 5200 Flüge, darunter auch solche zu Trainingszwecken.


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