30.11.2018, 22:41 Uhr

Buenos Aires (AFP) Saudi-Arabiens Kronprinz trifft bei G20-Gipfel auf ausgestreckte Hände

Kronprinz Mohammed bin Salman (l.) und Putin. Quelle: AFP/Ludovic MARIN (Foto: AFP/Ludovic MARIN)Kronprinz Mohammed bin Salman (l.) und Putin. Quelle: AFP/Ludovic MARIN (Foto: AFP/Ludovic MARIN)

Herzliche Begrüßung zwischen Putin und Mohammed bin Salman

Freundlicher Empfang für Saudi-Arabiens Thronfolger Mohammed bin Salman beim G20-Gipfel: Knapp zwei Monate nach dem gewaltsamen Tod des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi haben die Staats- und Regierungschefs den Kronprinzen in Buenos Aires auf der internationalen Bühne begrüßt. Trotz der Vorwürfe gegen den 33-Jährigen im Fall Khashoggi und der Kritik an der Rolle Riads im Jemen-Krieg wirkte er alles andere als isoliert.

Prinz Mohammed unterhielt sich am Rande des ersten Gipfeltags mit US-Präsident Donald Trump und seiner Tochter Ivanka. Zudem sprach er mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war wegen ihrer verspäteten Anreise aufgrund der Panne ihres Regierungsflugzeugs zum Zeitpunkt des ersten Aufeinandertreffens der Gipfelteilnehmer noch nicht in Buenos Aires.

Fast schon überschwänglich fiel die Begrüßung zwischen dem Prinzen und Putin aus, die sich kumpelhaft in die Hände klatschten. Die Szene sorgte in den sozialen Netzwerken für Erstaunen. Anschließend nahmen die beiden Männer nebeneinander Platz und unterhielten sich lächelnd. Berichten zufolge haben sich die beiden Ölförderländer Russland und Saudi-Arabien auf eine Verringerung der Fördermengen verständigt, um den Rohölpreis zu stabilisieren.

Von russischer Seite hieß es zudem, dass sich die beiden am Samstag am Rande des Gipfels zu einem Gespräch treffen wollten. Dabei werde es um Energiepolitik und eine Steigerung saudiarabischer Investitionen in Russland gehen.

Freundlich äußerte sich auch Chinas Staatschef Xi Jinping gegenüber Prinz Mohammed. Xi unterstütze die Reformpläne der Führung in Riad ausdrücklich, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. China werde zudem mit dem Königreich weiter in Bereichen zusammenarbeiten, die ihre Kerninteressen berührten, versicherte Xi dem Prinzen demnach.

Kritischer war die Begrüßung von "MBS" durch Macron. Frankreichs Präsident sprach den Thronfolger laut Elysée-Palast auf den Fall Khashoggi und die von Saudi-Arabien angeführte Militäroffensive im Jemen an. Der französische Präsident verlangte demnach, internationale Experten in die Ermittlungen zum gewaltsamen Tod von Khashoggi einzubeziehen, und betonte die Notwendigkeit einer "politischen Lösung" im Bürgerkriegsland Jemen.

In einem von Mikrofonen aufgenommenen Wortwechsel der beiden ist zu hören, wie Prinz Mohammed zu Macron auf Englisch "keine Sorge" sagt. Macron antwortet darauf: "Ich bin besorgt." Unklar war jedoch, worauf sich diese Äußerungen bezogen.

Der gewaltsame Tod Khashoggis im Istanbuler Konsulat seines Landes Anfang Oktober hatte international für Empörung gesorgt. Es besteht der Verdacht, dass der regierungskritische Journalist auf Betreiben des Kronprinzen umgebracht wurde. Einen offenen Bruch mit dem Königreich, einem führenden Ölproduzenten und zugleich wichtigen Waffenimporteur, vollzog der Westen aber nicht.

Das Weiße Haus erklärte zu dem Aufeinandertreffen von Trump und dem Prinzen, die beiden hätten ein paar freundliche Worte gewechselt, wie der US-Präsident es mit fast jedem der anwesenden Gipfelteilnehmer getan habe.

Auch Trump selbst betonte, er habe kein Gespräch mit dem Thronfolger geführt. Trump hatte vor dem Gipfeltreffen in Buenos Aires betont, es sei für ihn nicht entscheidend, ob der Kronprinz von dem Anschlag auf Khashoggi gewusst habe. Stattdessen verwies er auf die Bedeutung Saudi-Arabiens als Handelspartner und Verbündeter im Konflikt mit dem Iran.


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