30.11.2018, 10:17 Uhr

Seoul (AFP) Südkoreanische Mission zur Erkundung des Schienensystems im Norden gestartet

Lok startet im südkoreanischen Bahnhof Dorasan. Quelle: POOL/AFP/JEON HEON-KYUN (Foto: POOL/AFP/JEON HEON-KYUN)Lok startet im südkoreanischen Bahnhof Dorasan. Quelle: POOL/AFP/JEON HEON-KYUN (Foto: POOL/AFP/JEON HEON-KYUN)

Südkoreaner wollen 18 Tage lang Nordkoreas marodes Schienennetz prüfen

Südkorea hat eine Mission zur Prüfung einer Wiederaufnahme von Eisenbahnverbindungen nach Nordkorea gestartet. Ein Zug verließ am Freitagmorgen den Bahnhof Dorosan in Richtung Norden, wie das südkoreanische Verkehrsministerium in Seoul mitteilte. An Bord waren 28 Südkoreaner, unter anderem Ingenieure, die in den kommenden 18 Tagen den Zustand des Schienennetzes im Norden prüfen sollen.

Der UN-Sicherheitsrat hatte dazu eigens eine Ausnahme von den gegen Nordkorea verhängten Sanktionen bewilligt. Südkorea hatte der UNO versichert, dass es nicht sofort mit Arbeiten zur Wiederherstellung des Schienennetzes in Nordkorea beginne.

Der Süden schätzt, dass es fünf Jahre dauern wird, die beiden Eisenbahnlinien in den Norden instandzusetzen. Für das kommende Jahr wurden dafür Kosten in Höhe von knapp 50 MiIlionen Euro veranschlagt. Aufgrund des desolaten Zustands der Strecken fahren Züge im Norden derzeit maximal 20 bis 45 Stundenkilometer.

Die Wiederaufnahme des Zugverkehrs hatten Nordkoreas Machthaber Kim Jon Un und der südkoreanische Staatschef Moon Jae In bei ihren Treffen in diesem Jahr vereinbart. Im Jahr 2007 war eine der Eisenbahnlinien auf der geteilten Halbinsel für Güterverkehr bereits für ein Jahr wieder in Betrieb genommen worden.

Die letzte regelmäßige Zugverbindung war im Koreakrieg (1950-1953) eingestellt worden. Eigentlich wollten die beiden Länder im Zuge ihrer Wiederannäherung das nun aufgenommene gemeinsame Projekt spätestens im Oktober starten und Anfang Dezember mit dem Bau beginnen.


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