29.11.2018, 16:47 Uhr

Rio de Janeiro (AFP) US-Sicherheitsberater Bolton und Brasiliens künftiger Präsidenten betonten Nähe

Jair Bolsonaro (2. v. l) John Bolton (2. v. r.). Quelle: JAIR BOLSONARO'S PRESS OFFICE/AFP/HO (Foto: JAIR BOLSONARO'S PRESS OFFICE/AFP/HO)Jair Bolsonaro (2. v. l) John Bolton (2. v. r.). Quelle: JAIR BOLSONARO'S PRESS OFFICE/AFP/HO (Foto: JAIR BOLSONARO'S PRESS OFFICE/AFP/HO)

Bolton überbringt Bolsonaro Einladung Trumps nach Washington

Der künftige brasilianische Präsident Jair Bolsonaro und US-Sicherheitsberater John Bolton haben bei einem Treffen in Rio de Janeiro den Willen zur Zusammenarbeit der beiden Regierungen bekräftigt. Bolton überbrachte dem rechtsradikalen Politiker bei dem einstündigen Gespräch am Donnerstag nach eigenen Angaben eine Einladung von US-Präsident Donald Trump nach Washington. Bolsonaro bezeichnete das Treffen gut einen Monat vor seinem Amtsantritt als "produktiv und angenehm".

Das Treffen fand in der Residenz von Bolsonaro statt. Bolton schrieb im Anschluss beim Kurzbotschaftendienst Twitter, er habe mit Brasiliens künftigem Staatschef eine "umfassende und sehr produktive Unterhaltung" geführt. Die USA "freuen sich auf eine dynamische Partnerschaft" mit der künftigen Regierung des riesigen südamerikanischen Staats. Bolton veröffentlichte bei Twitter auch mehrere Bilder von dem Treffen.

Auch Bolsonaros Büro veröffentlichte Fotos von der Begegnung. An dieser nahmen auch der brasilianische Geheimdienstchef, General Augusto Eleno, der designierte Verteidigungsminister, General Fernando Azevedo e Silva, sowie der künftige Außenminister, Ernesto Araújo, teil. Araújo ist wie Bolsonaro ein glühender Anhänger des US-Präsidenten. Unlängst sagte der künftige Minister, Trump könne "das Abendland retten".

Der Berater von US-Präsident Donald Trump hatte zuvor gesagt, er wolle in Rio den Boden für einen guten Start der Zusammenarbeit beider Präsidenten bereiten. "Präsident (Donald) Trump war das erste ausländische Staatsoberhaupt, das dem gewählten Präsidenten nach seinem Wahlsieg am 28. Oktober gratuliert hat", erklärte Bolton am Dienstag.

Bolsonaros Sohn Eduardo reist derzeit durch die USA und knüpft dort Kontakte. In Washington traf er am Dienstag unter anderen Trumps Berater und Schwiegersohn Jared Kushner sowie einflussreiche Kongressabgeordnete. Er sprach außerdem mit US-Ultranationalist und Ex-Präsidentenberater Steve Bannon. Allerdings ist Eduardo Bolsonaro lediglich Abgeordnete im brasilianischen Parlament, ein Regierungsamt ist für ihn nicht vorgesehen.

Die USA betrachteten Bolsonaros Wahl als historische Gelegenheit für eine Zusammenarbeit beider Länder in zahlreichen Bereichen wie der Wirtschafts- oder der Sicherheitspolitik. Sowohl Trump als auch Bolsonaro lehnen der Multilateralismus ab. Bolsonaro will nach dem Vorbild Trumps die Botschaft seines Landes in Israel nach Jerusalem verlegen.

Der designierte brasilianische Staatschef will zudem die Vorschriften für den Umweltschutz drastisch lockern und etwa die Beschränkungen für eine Abholzung des Regenwalds aufheben. Bolsonaros künftiger Außenminister Araújo tat unlängst Warnungen von Wissenschaftlern vor dem Klimawandel als "Panikmache" ab.

Der rechtsradikale Politiker Bolsonaro, der immer wieder Sympathie für die brasilianische Militärdiktatur (1964-1985) geäußert hat, war Ende Oktober in der Stichwahl mit 55 Prozent der Stimmen zum brasilianischen Präsidenten gewählt worden. Er will seine Politik an Washington ausrichten. Am 1. Januar 2019 übernimmt Bolsonaro das Präsidentenamt von Michel Temer.


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