27.11.2018, 21:12 Uhr

Washington (AFP) Trump droht General Motors mit Streichung von Subventionen

Der US-Autohersteller General Motors hat sich eine Rosskur verordnet. Quelle: AFP/JEFF KOWALSKY (Foto: AFP/JEFF KOWALSKY)Der US-Autohersteller General Motors hat sich eine Rosskur verordnet. Quelle: AFP/JEFF KOWALSKY (Foto: AFP/JEFF KOWALSKY)

US-Präsident empört über Sparpläne des Autokonzerns

US-Präsident Donald Trump ist auf direkten Konfrontationskurs zum größten heimischen Autohersteller General Motors (GM) gegangen, der massiv Stellen abbauen will. Den Sparplan des Unternehmens konterte Trump am Dienstag mit der Drohung, Subventionen für den Autokonzern zu streichen. GM will mehr als jede Sechste seiner Stellen abbauen und sieben Fabriken stilllegen, darunter vier in den USA.

Trump hatte bereits am Montag empört auf die Pläne reagiert, nun legte er nach. Er lasse die Streichung sämtlicher staatlicher Hilfen für GM prüfen, darunter jene für Elektroautos, schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter. Von den GM-Plänen sei er "sehr enttäuscht". Trump hob hervor, dass der Konzern zwar Werke in den US-Bundesstaaten Maryland, Michigan und Ohio schließen wolle, jedoch keine in China und Mexiko.

Für Trump bedeuten die GM-Pläne einen herben Rückschlag. Er hat sich den Erhalt von Industriearbeitsplätzen auf die Fahne geschrieben. "Ich bin hier, um amerikanische Arbeiter zu schützen!", twitterte er.

Trump erinnerte daran, dass GM nach der Finanzkrise des Jahres 2008 von der Regierung des damaligen Präsidenten Barack Obama durch ein massives Rettungsprogramm vor dem Aus bewahrt worden war. "(...) und dies ist der Dank, den wir bekommen!" schrieb er.

Die von Trump genannten Elektrofahrzeuge hat GM zu einem seiner Entwicklungsschwerpunkte erklärt, bislang machen sie allerdings nur einen winzigen Teil des Umsatzes aus. Elektroautos werden derzeit in den USA abhängig vom Modell mit Steuervergünstigungen im Volumen zwischen 2500 und 7500 Dollar (rund 2200 und 6600 Euro) pro Fahrzeug gefördert.

Auf die Kritik des Präsidenten reagierte GM mit der Beteuerung, dass das Unternehmen auch künftig in den USA stark präsent sein wolle. Die Umstrukturierungen hätten zum Ziel, den langfristigen Erfolg des Konzerns und den Schutz wie Ausbau von Jobs in den USA zu sichern. Viele der von den Stilllegungsplänen betroffenen Arbeiter sollten die Möglichkeit bekommen, in anderen GM-Werken zu arbeiten, erklärte die GM-Leitung.

Konzernchefin Mary Barra hatte die radikalen Umstrukturierungs- und Sparpläne bereits am Montag mit den "sich wandelnden Marktbedingungen" begründet. Schwerpunktmäßig will sich GM künftig auf die Produktion der in den USA überaus beliebten geländegängigen Limousinen (SUVs) und Kleinlaster mit offener Ladefläche (Pickups) konzentrieren.

Neben Elektroautos sollen zudem selbstfahrende Fahrzeuge zu den künftigen Prioritäten des Konzerns gehören. Die Produktion herkömmlicher Wagen kleiner und mittlerer Größe will GM angesichts der gesunkenen Nachfrage auf dem US-Markt hingegen weiter zurückfahren.

Durch die Umstrukturierungen sollen 15 Prozent der weltweit 180.000 Stellen bei dem Konzern wegfallen. GM machte keine präzisen Angaben dazu, wieviele Jobs gestrichen werden sollen. Doch sind in den USA schätzungsweise 12.000 bis 13.000 Stellen betroffen.

Durch den Plan will der Konzern sechs Milliarden Dollar jährlich einsparen. Spekuliert wird darüber, dass GM damit auch auf die von Trump verhängten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte reagiert. Dadurch sind die Produktionskosten für GM gestiegen.

Allerdings stellte das Unternehmen keinen Zusammenhang zwischen seinen Sparplänen und den Zöllen her. Die jüngsten Geschäftsbilanzen des Unternehmens fielen solide aus. So wurde im dritten Quartal ein Gewinn von 2,53 Milliarden Dollar erzielt.


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