26.11.2018, 17:09 Uhr

Kiew (AFP) Poroschenko wirft Russland "neue Phase der Aggression" vor

Petro Poroschenko. Quelle: UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Mykhailo Markiv (Foto: UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Mykhailo Markiv)Petro Poroschenko. Quelle: UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Mykhailo Markiv (Foto: UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Mykhailo Markiv)

Ukrainischer Staatschef bittet Parlament um 30 Tage Kriegsrecht

Der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko hat Russland eine "neue Phase der Aggression" gegen sein Land zur Last gelegt. In einer Fernsehansprache warf Poroschenko dem Nachbarn Russland einen "Angriff" auf ukrainische Kriegsschiffe an der Meerenge von Kertsch vor. Der Vorfall zeige "die arrogante und offene Beteiligung der regulären russischen Einheiten" am Konflikt mit der Ukraine.

Poroschenko warb in der Ansprache um Zustimmung des Parlaments zu der von ihm gewünschten Verhängung des Kriegsrechts. Allerdings nahm der Präsident Abstand von seinem ursprünglichen Plan, das Kriegsrecht für 60 Tage verhängen zu lassen. Er strebe nur noch eine Geltungsdauer von 30 Tagen an, damit sich das Kriegsrecht nicht mit dem Beginn des Wahlkampfs vor der Präsidentschaftswahl im März überschneide, sagte Poroschenko in der TV-Ansprache.

Die Verhängung des Kriegsrechts sei nötig, damit die Ukraine "unverzüglich die Verteidigung stärken kann, um im Falle einer Invasion schnell reagieren zu können", sagte Poroschenko weiter. Für diesen Schritt ist die Zustimmung des Parlaments nötig, das am Montag mit den Beratungen begann.

Die Ukraine wirft Russland vor, am Sonntag drei ihrer Marineschiffe an der Straße von Kertsch, einer strategisch wichtigen Meerenge zwischen der Krim und Russland, beschossen und aufgebracht zu haben. Dabei seien sechs ukrainische Marinesoldaten verletzt worden, zwei von ihnen schwer.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB, der auch für den Grenzschutz zuständig ist, erklärte, drei ukrainische Soldaten seien bei der Aktion verletzt und im Anschluss medizinisch versorgt worden. Sie seien nicht in Lebensgefahr.


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