26.11.2018, 09:30 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) EZB-Spitzenbeamtin: Italienische Banken sind widerstandsfähiger als früher

Quelle: AFP/Archiv/DANIEL ROLAND (Foto: AFP/Archiv/DANIEL ROLAND)Quelle: AFP/Archiv/DANIEL ROLAND (Foto: AFP/Archiv/DANIEL ROLAND)

Lautenschläger fordert Banken zum Abbau fauler Kredite auf

Die Europäische Zentralbank (EZB) beobachtet die Situation der Banken in Italien genau. Falls die ökonomischen Veränderungen zu groß werden, müsse die EZB ihre Risikoeinschätzung anpassen, sagte die Vize-Chefin der EZB-Bankenaufsicht, Sabine Lautenschläger, der Nachrichtenagentur AFP. Sie betonte aber: "Das italienische Bankensystem ist widerstandsfähiger und die Banken sind besser aufgestellt, um mit Unsicherheiten umzugehen, als sie es früher waren."

Das wirtschaftliche Umfeld in Italien ist wegen der umstrittenen Pläne der dortigen Regierung von Unsicherheit geprägt. Die EU-Kommission hatte am vergangenen Mittwoch den Haushaltsentwurf der italienischen Regierung endgültig zurückgewiesen. Sie droht mit einem Defizit-Verfahren. Brüssel kritisierte, dass der Plan der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der fremdenfeindlichen Lega-Partei weder das Wirtschaftswachstum ankurbeln noch die massiven Schulden des Landes verringern werde.

Die italienischen Banken leiden unter einer hohen Quote fauler Kredite. Diese abzubauen steht für Lautenschläger ganz oben auf der To-Do-Liste. Nicht alle Banken in Italien und dem Rest der Eurozone hätten sich so verhalten, wie die EZB das wolle, sagte Lautenschläger. "Manche sind auf gutem Weg und manche müssen noch viel mehr tun."

Als eine der wenigen Frauen in einer Spitzenposition bei der EZB wünscht sich Lautenschläger mehr Kolleginnen. Auf die Frage, ob sie enttäuscht sei, dass auf ihre bisherige Chefin, die Französin Danièle Nouy, der Italiener Andrea Enria folgt, sagte sie: "Ich hoffe, dass unser Frauenanteil in der Zentralbank und in der Bankenaufsicht steigt." Vielfalt im Management sei eine "intelligente Idee".


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