22.11.2018, 20:07 Uhr

Halle (AFP) Bewerber für CDU-Vorsitz warnen vor vorschnellem Kohleausstieg

Kramp-Karrenbauer: Erst Zukunftsperspektiven in Revieren schaffen

Die Kandidaten für den künftigen CDU-Vorsitz haben vor einem vorschnellen Ausstieg aus der Kohle gewarnt. Auf keinen Fall dürfe zugelassen werden, dass wir "auf Teufel komm raus" aussteigen, sagte CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer am Donnerstagabend auf einer Regionalkonferenz mit der CDU-Basis in Halle. Bevor nicht klar sei, dass es neue Strukturen in den ostdeutschen Braunkohlerevieren und Zukunftsperspektiven mit den dort lebenden Menschen gebe, könne es keinen Ausstieg geben.

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz forderte "Augenmaß". Deutschland müsse dafür sorgen, dass modernste Kraftwerkstechnologien den weltweiten CO2-Ausstoß senken. "Der gesamte CO2-Ausstoß in Deutschland ist so hoch wie der jährliche CO2-Zuwachs in China", sagte Merz. Die Senkung des weltweiten Ausstoßes habe daher Priorität vor einem überschnellen Kohleausstieg.

Auch der dritte Bewerber für den CDU-Vorsitz, Gesundheitsminister Jens Spahn, betonte, es brauche in den Kohleregionen "ein paar mehr Ideen" als schöne Seen und Tourismus, um den Strukturwandel zu bewältigen.

Die Kohlekommission war im Juni von der Bundesregierung eingesetzt worden, um einen Plan für den Kohleausstieg vorzubereiten und gleichzeitig Zukunftsperspektiven für die betroffenen Reviere zu schaffen. Die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Länder mit Kohleregionen haben die Arbeit der Kohlekommission kritisiert und einen stärkeren Fokus auf die Rettung von Arbeitsplätzen gefordert.


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