20.11.2018, 07:57 Uhr

Berlin (AFP) Spahn würde als CDU-Chef als erstes AfD-Wähler zurückgewinnen wollen

Merz, Kramp-Karrenbauer, Spahn (von links). Quelle: AFP/Archiv/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Archiv/Tobias SCHWARZ)Merz, Kramp-Karrenbauer, Spahn (von links). Quelle: AFP/Archiv/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Archiv/Tobias SCHWARZ)

Gang in "AfD-Hochburgen" angekündigt - Zweite Regionalkonferenz am Dienstag

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn würde im Fall seiner Wahl zum neuen CDU-Parteichef prioritär versuchen, AfD-Wähler zurückgewinnen. "Als CDU-Vorsitzender würde ich zuallererst in die AfD-Hochburgen gehen, um möglichst viele Bürger für die CDU zurückzugewinnen", sagte Spahn der "Saarbrücker Zeitung" vom Dienstag.

Die Frage der Kanzlerkandidatur sei für ihn außerdem "nicht unmittelbar" mit dem CDU-Parteivorsitz verbunden, ergänzte er. "Ich bin jung genug, um in Ruhe und vertrauensvoll mit Angela Merkel als Kanzlerin zusammenzuarbeiten", sagte der 38-Jährige.

Die CDU-interne Kandidatenkür geht am Dienstag mit einer zweiten Regionalkonferenz weiter. In Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz präsentieren sich die drei Kandidaten, CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz sowie Spahn, den Parteimitgliedern.

In Umfragen führt derzeit Kramp-Karrenbauer vor ihren beiden Konkurrenten. Die Auftaktveranstaltung hatte am Donnerstag in Lübeck stattgefunden, bis Mitte November finden noch sechs weitere Regionalkonferenzen statt. Gewählt wird der neue Parteivorsitzende im Dezember auf einem CDU-Parteitag in Hamburg.

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) bezeichnete das Rennen um den Vorsitz als "total offen". Auf dem Parteitag werde es darauf ankommen, wie sich die drei Kandidaten präsentierten, sagte er am Montagabend dem Fernsehsender Phönix. "Jeder muss zeigen, wo er in den nächsten Wochen seine Schwächen noch ausmerzen kann."

CDU-Chefin Angela Merkel hatte angekündigt, nach 18 Jahren nicht mehr für den Vorsitz zu kandidieren. Als Bundeskanzlerin will sie aber bis Ende der Legislaturperiode im Jahr 2021 im Amt bleiben.


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