19.11.2018, 09:03 Uhr

Dessau (AFP) Großteil alter Kühlschränke und Waschmaschinen wird nicht ordnungsgemäß gesammelt

Alte Kühlschränke zwischen Altfahrrädern auf einem Industriegelände. Quelle: dpa/AFP/Axel Heimken (Foto: dpa/AFP/Axel Heimken)Alte Kühlschränke zwischen Altfahrrädern auf einem Industriegelände. Quelle: dpa/AFP/Axel Heimken (Foto: dpa/AFP/Axel Heimken)

Umweltbundesamt: Menge und Quote müssen deutlich steigen

Der Großteil alter Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler wird in Deutschland nicht ordnungsgemäß gesammelt. Knapp 465.000 Tonnen dieser Haushaltsgroßgeräte "verschwinden bei illegaler Sammlung oder in nicht zertifizierten Behandlungsanlagen", sagte die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, am Montag. Das sei "reine Ressourcenvergeudung", noch dazu schade die unregulierte Verwertung massiv der Umwelt. Die Sammlung müsse auch mit Blick auf die ab 2019 geltende höhere Quote deutlich erhöht werden.

Im Jahr 2016 seien exakt 782.214 Tonnen Elektroaltgeräte in der Altgerätesammlung erfasst worden, teilte das Umweltbundesamt (UBA) mit. Die Mindestsammelquote von 45 Prozent an Altgeräten, die in den drei Vorjahren im Durchschnitt auf den Markt gebracht wurden, sei damit mit 44,95 Prozent geringfügig unterschritten worden. Mit einer Steigerung der Erfassungsmenge und -quote im Jahr 2017 sei "kaum zu rechnen", erklärte Krautzberger. Ab 2019 gilt eine Mindestsammelquote von 65 Prozent. Es fehlten also "perspektivisch etwa 350.000 Tonnen an zu erfassenden Elektroaltgeräten, um die Zielquote sicher zu erreichen".

Krautzberger schlug vor, die Rückgabe von Elektroaltgeräten einfacher zu machen - so müsse die Rücknahme über den Handel verbraucherfreundlich sein, Wertstoffhöfe müssten gut erreichbar sein und auch bedarfsgerechte Öffnungszeiten haben. Die Verbraucher müssten besser über Rückgabemöglichkeiten informiert werden, auch mehrsprachig.

Einer Umfrage des UBA zufolge haben drei Viertel aller Befragten (77 Prozent) in den letzten drei Jahren ein Elektroaltgerät entsorgt - sie gaben es am Wertstoffhof ab, ließen es bei der Anlieferung eines Neugerätes mitnehmen oder vom kommunalen Entsorger abholen. Nur jedes zehnte Gerät wurde demnach zum Handel zurückgebracht. Vor allem junge Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren kennen diese Rückgabemöglichkeit nicht. Insgesamt fühlen sich nur sechs von zehn Befragten über mögliche Rückgabestellen der Altgeräte gut informiert.


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