19.11.2018, 11:10 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Gebäudereiniger streiken für Weihnachtsgeld

Gebäudereiniger. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sebastian Kahnert (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sebastian Kahnert)Gebäudereiniger. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Sebastian Kahnert (Foto: dpa/AFP/Archiv/Sebastian Kahnert)

Arbeitgeber verweisen auf Lohnerhöhung und Ost-West-Angleichung

Gebäudereiniger in ganz Deutschland streiken für Weihnachtsgeld: In der Nacht zum Montag begannen Warnstreiks in Krankenhäusern, Verwaltungen, Schulen, in Industrieanlagen oder auf Flughäfen, wie die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mitteilte. Die Branche sei eine der wenigen, in der es kein Weihnachtsgeld gebe. Die Arbeitgeber seien aber nicht einmal bereit, über das Thema Verhandlungen aufzunehmen. Es geht um rund 600.000 Beschäftigte.

"Die Beschäftigten in der Gebäudereinigung sind sauer. Sie wollen endlich die Anerkennung, die sie sich verdient haben und nicht länger als Arbeitnehmer zweiter Klasse behandelt werden", erklärte IG-BAU-Verhandlungsführerin Ulrike Laux. "Die meisten arbeiten in der untersten Lohngruppe. Sie arbeiten zuverlässig und hart. Reichtümer scheffeln sie dabei nun wirklich nicht."

Deswegen sei ein Weihnachtsgeld "als Anerkennung ihrer Leistung" für sie besonders wichtig, erklärte Laux. Den Arbeitgebern warf sie "Dumpingmethoden" vor.

Der Bundesinnungsverband Gebäudedienstleister hatte am 9. November bei der Mitgliederversammlung in Hamburg ein 13. Monatsgehalt einstimmig abgelehnt. In einer Pressemitteilung verwies der Verband darauf, dass er sich zu einer "deutlichen Erhöhung der Tariflöhne verpflichtet" habe. Gleichzeitig sei die Angleichung der Ostlöhne an das Niveau der Westlöhne bis 2020 mit der IG BAU vereinbart worden.

Ab Januar 2019 steigen damit die tariflichen Mindestlöhne in Westdeutschland auf 10,56 Euro und in Ostdeutschland auf 10,05 Euro pro Stunde, ab 2020 dann auf 10,80 Euro und in Ostdeutschland von zunächst 10,55 Euro im Laufe des Jahres auch auf 10,80 Euro ansteigen. Insgesamt erhöhten sich die Löhne in Ostdeutschland im Jahre 2020 damit um 7,46 Prozent. Damit sei "jedenfalls bis 2020 wirtschaftlich kein Spielraum für ein 13. Monatsgehalt".


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