15.11.2018, 13:22 Uhr

Berlin (AFP) Polizei durchsucht linksautonomes Zentrum und mehrere Wohnungen in Berlin

Polizisten in der Rigaer Straße. Quelle: dpa/AFP/Paul Zinken (Foto: dpa/AFP/Paul Zinken)Polizisten in der Rigaer Straße. Quelle: dpa/AFP/Paul Zinken (Foto: dpa/AFP/Paul Zinken)

Ermittlungen wegen Überfalls auf Geschäft - Vier Verdächtige identifiziert

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei in Berlin am Donnerstag ein linksautonomes Zentrum und mehrere Wohnungen durchsucht. 560 Beamten suchten Verdächtige und Beweismittel im Fall eines Überfalls auf einen Spätkauf, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Vier Beschuldigte wurden bei der Aktion angetroffen, Zwischenfälle gab es nicht.

Bei der Durchsuchung des stadtbekannten linksautonomen Zentrums in der Rigaer Straße im Stadtteil Friedrichshain waren auch Spezialkräfte im Einsatz, die anderen Razzien betrafen drei Wohnungen in Friedrichshain, Neukölln und Kreuzberg. Insgesamt wurde nach sieben Verdächtigen gesucht.

Hintergrund ist ein Überfall auf einen Spätkauf im Mai. Dieser soll von mutmaßlich aus der linksautonomen Szene stammenden Tätern verübt worden sein, ermittelt wird deshalb wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärte, der Rechtsstaat kenne "keine weißen Flecken". Regeln würden "an allen Orten" durchgesetzt.

Bei den vier Verdächtigen handelte es sich nach Angaben der Polizei um drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 23 und 25 Jahren. Einer der Männer kam zur Feststellung der Identität vorübergehend in Gewahrsam. Darüber hinaus beschlagnahmten die Beamten mögliche Beweismittel wie Handys, Laptops und Kleidung. Diese wollen die Ermittler nun auswerten.

Die Rigaer Straße 94 in Berlin ist ein alternatives Wohnprojekt, um das es immer wieder heftige Auseinandersetzungen zwischen Polizei, Angehörigen und Sympathisanten der Berliner Hausbesetzerszene gibt.


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