09.11.2018, 20:08 Uhr

Paradise (AFP) Mindestens fünf Tote bei schweren Waldbränden in Kalifornien

Feuer in Paradise. Quelle: AFP/Josh Edelson (Foto: AFP/Josh Edelson)Feuer in Paradise. Quelle: AFP/Josh Edelson (Foto: AFP/Josh Edelson)

Zehntausende fliehen vor schnell um sich greifenden Flammen

Bei für die Jahreszeit ungewöhnlich heftigen Waldbränden in Kalifornien sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Die Todesfälle ereigneten sich nach Angaben der Behörden vom Freitag in der besonders schwer getroffenen Kleinstadt Paradise. Von dort waren etwa 26.000 Menschen vor den Flammen geflohen, für weitere Orte in dem US-Bundesstaat wurde die Evakuierung von 75.000 Häusern angeordnet. Betroffen war auch die bekannte Küstenstadt Malibu.

Die fünf Todesopfer seien in Paradise entdeckt worden, teilte das Büro des Sheriffs des nordkalifornischen Bezirks Butte mit. Ersten Erkenntnissen zufolge waren sie in ihren Wagen vom sogenannten "Camp Fire" erfasst worden. Ihre Identifizierung stehe noch aus, die genauen Todesursachen würden geprüft.

Zuvor hatte der Leiter des Katastrophenschutzbüros der kalifornischen Regierung, Mark Ghilarducci, bei einer Pressekonferenz gesagt: "Wir wissen, dass es Verletzte gab, und wir wissen, dass es Tote gab." Die Behörden seien aber noch damit beschäftigt, die genauen Zahlen der Opfer und Betroffenen zu prüfen. In jedem Fall sei das Ausmaß der Zerstörungen "wirklich unglaublich und herzzerreißend", sagte Ghilarducci.

Der kalifornische Interimsgouverneur Gavin Newsom rief für die Brandgebiete den Notstand aus, um die Bereitstellung von Hilfen zu erleichtern.

Paradise wurde besonders schwer zerstört. Ein Sprecher der kalifornischen Feuerwehr erklärte, dort habe das "Camp Fire" schätzungsweise rund tausend Gebäude zerstört. Die rund 26.000 Einwohner flohen vor den Flammen. Einige von ihnen veröffentlichen in den sozialen Online-Netzwerken erschütternde Videos von Fahrten durch Rauchschwaden und vorbei an orangenen Flammen. Auch ein Krankenhaus musste vollständig evakuiert werden.

Kevin Winstead, ein Bewohner des Nachbarorts Magalia, sagte dem Sender KIEM TV, der ganze untere Teil von Paradise sei vollständig von den Flammen eingeschlossen. "Kein Haus wird stehen bleiben. Ich bin am Boden zerstört." Winstead bangte nach eigenen Angaben auch um sein eigenes neues Haus, in das er eigentlich am folgenden Tag habe einziehen wollen.

Das "Camp Fire" zerstörte insgesamt bereits mehr als 8000 Hektar, wie die Feuerwehr mitteilte. Wegen weiterer Brände wurde die Evakuierung von 75.000 Häusern in den Bezirken Ventura und Los Angeles angeordnet. Betroffen waren auch große Teile des Nobel-Badeorts Malibu. In Teilen der 12.000 Einwohner-Stadt fiel der Strom aus. Örtliche Fernsehsender zeigten lange Autoschlangen mit Bewohnern auf dem Weg hinaus aus der Stadt.

"Es ist entscheidend, dass die Bewohner die Evakuierungsanordnungen genau befolgen", schrieb die Feuerwehr des Bezirks Los Angeles im Kurzbotschaftendienst Twitter. Es handele sich um "ein sehr gefährliches, vom Wind gelenktes Feuer".

Weiter hieß es, das "Woolsey Fire" habe in der Nähe der Stadt Chesebro den Highway 101, die wichtigste Küstenstraße vom Norden in den Süden Kaliforniens, überwunden. Teile der Straße mussten daher gesperrt werden. Im Bezirk Ventura zerstörte das "Woolsey Fire" bereits 3200 Hektar.

Westlich des "Woolsey Fire" brannte überdies das "Hill Fire". Heftige Winde mit Geschwindigkeiten von rund 80 Stundenkilometern behinderten die Löscharbeiten.


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