08.11.2018, 13:29 Uhr

Los Angeles (AFP) Mann erschießt zwölf Menschen in kalifornischer Disko-Bar


Angriff während Party für College-Studenten

Erneut hat ein bewaffneter Angreifer in den USA ein Blutbad angerichtet. Nach Polizeiangaben drang ein Mann in der Nacht zum Donnerstag in eine Disko-Bar in Kalifornien ein und erschoss zwölf Teilnehmer einer Country-Party für College-Studenten. Das Motiv für die Tat war unklar, Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund sah die Polizei zunächst nicht.

Der mit einer Schusswaffe bewaffnete Mann betrat am Mittwochabend die "Borderline Bar and Grill" in Thousand Oaks nahe Los Angeles und feuerte in die Menge von feiernden College-Studenten. Auch der Angreifer selbst sei tot, sagte der Sheriff des Bezirks Ventura, Geoff Dean. Mehrere Menschen wurden bei dem Angriff verletzt.

Zum Zeitpunkt des Angriffs fand in der Disko-Bar eine Country-Party für College-Studenten statt, an der laut Polizei mehrere hundert Besucher teilnahmen. Unter den Todesopfern war auch ein Polizist, der nach einem Notruf als einer der ersten zum Tatort geeilt war. "Es ist ein schreckliches Bild. Überall ist Blut", berichtete Sheriff Dean.

Vorerst deute nichts auf einen terroristischen Hintergrund hin, sagte Dean. Die Möglichkeit werde aber geprüft, die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.

Die Identität des Angreifers und sein Motiv waren zunächst unklar. Augenzeugen beschrieben den Schützen als Mann im schwarzen Trenchcoat mit Brille, er habe eine großkalibrige Schusswaffe gehabt. Berichten zufolge soll er Rauchgranaten in die Bar geworfen haben.

Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen. "Ein Mann kam durch die Eingangstür und hat auf das Mädchen am Empfangstresen geschossen", sagte Holden Harrah unter Tränen dem Sender CNN. "Ich weiß nicht, ob sie noch lebt."

"Alle haben sich schnell auf den Boden geworfen. Jeder wollte so schnell wie möglich raus", sagte eine junge Frau, die gemeinsam mit einer Freundin durch ein Küchenfenster fliehen konnte.

Der 20-jährige College-Student Matt Wennerstron schilderte vor Reportern, der Angreifer habe mit einer halbautomatischen Pistole gescheuert. Als er nachgeladen habe, hätten er und seine Freunde die Gelegenheit zur Flucht ergriffen, indem sie mit einem Barhocker ein Fenster einschlugen und ins Freie kletterten.

"Es war ein normaler Mittwoch, wir hatten Spaß und haben getanzt", berichtete Jasmin Alexander, die mit einer Gruppe von Freunden an der wöchentlich stattfindenden Party teilnahm. "Plötzlich hörten wir das "Peng, Peng" von Schüssen und alle drehten durch und haben gedrängelt."

Thousand Oaks ist ein ruhiger und wohlhabender Vorort im Norden von Los Angeles. In der Gegend befinden sich zahlreiche Colleges.

Immer wieder gibt es in den USA, wo das Recht auf Waffentragen in der Verfassung verankert ist, tödliche Schießereien. Einer aktuellen Studie zufolge besitzen die US-Bürger 40 Prozent der privaten Schusswaffen weltweit, obwohl sie nur vier Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Von den weltweit 857 Millionen Schusswaffen in Privatbesitz befinden sich demnach 393 Millionen in den Vereinigten Staaten.


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