06.11.2018, 15:15 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Polizei räumt Protestcamp am Frankfurter Flughafen

Ein Aktivistenhaus im Treburer Wald. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold (Foto: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold)Ein Aktivistenhaus im Treburer Wald. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold (Foto: dpa/AFP/Archiv/Andreas Arnold)

Seit Januar Baumhäuser im Treburer Wald

Die Polizei hat am Dienstag ein Protestcamp in einem Waldstück am Frankfurter Flughafen geräumt. Das Gelände, das der Flughafenbetreiber Fraport im Zusammenhang mit dem Bau des dritten Terminals roden will, wird derzeit mit einem Zaun abgesichert, wie die Polizei mitteilte. Die ersten Bäume wurden schon gefällt.

21 Aktivisten befanden sich laut einem Polizeisprecher bis zum Nachmittag im Camp. Fünf von ihnen wurden in Gewahrsam genommen, weil sie sich weigerten, ihre Personalien anzugeben. Ein Mensch sei über Stunden von der Polizei befreit worden - sein Arm steckte in einem Betonfass. "Grundsätzlich war der Einsatz aber friedlich", sagte der Sprecher.

Die Polizei begründete die Zahl der eingesetztem Beamten im "hohen dreistelligen Bereich" mit der Größe des zu sichernden Geländes. Die Beamten sicherten den Zaun, damit kein Aktivist wieder auf das Areal konnte. Zusätzlich durchsuchte der Kampfmittelräumdienst den Wald nach möglichen Gefahren. Die Polizei gehe aber nicht davon aus, dass von den Aktivisten Sprengstoff im Wald deponiert worden sei.

Seit Anfang Januar hatten Aktivisten im Treburer Wald ein Camp aus Baumhäusern, Hochsitzen und Zelten errichtet. Damit protestierten sie gegen den Ausbau der Autobahnanschlussstelle Zeppelinheim für das zukünftige Terminal drei. Das Gelände ist im Besitz der Fraport AG. Die Polizei wurde nach eigenen Angaben aktiv, damit der Betreiber des größten deutschen Flughafens das Gelände "betreten und nutzen kann".

Im September hatte eine andere Räumung für Furore gesorgt - im Hambacher Forst wurden wochenlang drei Baumhausdörfer geräumt. Die Polizei unterstützte mit einem Großaufgebot die örtlichen Behörden bei der Räumung von Baumhäuser, die Kohlegegner in dem damals durch Rodungspläne unmittelbar gefährdeten Wald errichtet hatten.

Im Oktober verhängte das Oberverwaltungsgericht Münster einen Rodungsstopp. Demnach darf der Stromkonzern RWE nicht mit der Rodung des Walds beginnen, bis über eine Klage des Umweltverbands BUND entschieden ist. Nach dem Rodungsstopp kehrten erste Aktivisten in den Hambacher Forst zurück.


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