06.11.2018, 09:39 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Bamf untersuchte bislang 15.000 Handys von Asylbewerbern

Außenansicht vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Daniel Karmann (Foto: dpa/AFP/Archiv/Daniel Karmann)Außenansicht vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Daniel Karmann (Foto: dpa/AFP/Archiv/Daniel Karmann)

Neue Technik ermöglicht auch Analyse tausender Sprachproben

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge macht von neuen technischen Möglichkeiten bei der Überprüfung von Asylbewerbern umfassend Gebrauch. Bislang seien 15.000 Handys von Asylbewerbern ausgewertet worden, um deren Angaben zu ihrer Herkunft zu überprüfen, sagte Bamf-Vizepräsident Markus Richter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Dienstag. Darüber hinaus seien 9000 Sprachproben mit Hilfe einer Software analysiert worden, die arabische Dialekte erkennt.

In etwa zehn Prozent der Fälle habe die Technik Hinweise auf offene Fragen geliefert, sagte Richter. Diese müssten dann näher untersucht werden. "Wir sind nie davon ausgegangen, dass das Gros der Flüchtlinge falsche Angaben macht", sagte der Spitzenbeamte. "Aber diejenigen, die es tun, müssen wir rausfiltern."

Insgesamt nutzt das Bamf dem Bericht zufolge seit einem Jahr vier neue technische Assistenzsysteme. Auswertet würden unter anderem die Geodaten von Fotos auf Smartphones. "Es sind schon manipulierte Handys aufgetaucht, auf die nachträglich Fotos aufgespielt wurden, die in bestimmten Herkunftsregionen aufgenommen wurden", erläuterte Richter. "Sie sollten als Beweis dienen, dass jemand tatsächlich daher kommt." Auch habe das Bamf schon Handys entdeckt, die komplett gleich aufgebaut waren - "offensichtlich für die behördliche Prüfung präpariert".

Die Spracherkennungssoftware des Bamf soll arabische Dialekte identifizieren, um so ebenfalls Hinweise auf die Herkunft eines Asylbewerbers zu bekommen. Dem Zeitungsbericht zufolge erkennt die Software derzeit fünf Dialekte, weitere sollen hinzukommen. Auch Asylbehörden anderer Länder seien an einer Nutzung der Sprachsoftware interessiert, sagte Richter dem Blatt. Dazu zählten etwa Österreich, die Niederlande und Schweden.


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