04.11.2018, 11:08 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Bundesbank: Ergebnis des Banken-Tests für deutsche Sparer kein Grund zur Sorge

Deutsche-Bank-Gebäude in Amsterdam. Quelle: AFP/Archiv/Emmanuel DUNAND (Foto: AFP/Archiv/Emmanuel DUNAND)Deutsche-Bank-Gebäude in Amsterdam. Quelle: AFP/Archiv/Emmanuel DUNAND (Foto: AFP/Archiv/Emmanuel DUNAND)

Deutsche Institute schnitten bei Stresstest mittelmäßig ab

Das mittelmäßige Abschneiden der deutschen Banken beim jüngsten Stresstest ist für die Kunden laut Bundesbank kein Grund zur Sorge. Die Institute hätten "ausreichend Puffer an Eigenkapital", sagte der für die Bankenaufsicht verantwortliche Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Deutsche Bank und Commerzbank betonten, seit dem vorangegangenen Stresstest habe sich die Lage der Geldinstitute deutlich verbessert.

Die Deutsche Bank, mehrere deutsche Landesbanken sowie britische Institute hatten bei dem Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) am schlechtesten abgeschnitten. Insgesamt aber seien Europas Banken besser gegen finanzielle Belastungen gerüstet als zur Zeit der Finanzkrise 2008, erklärte die EBA am Freitagabend nach Börsenschluss.

Bundesbank-Vorstand Wuermeling sagte der "FAS", selbst der in dem Test als Szenario angenommene schwere Rückschlag für die Weltwirtschaft "würde keine neue Finanzkrise auslösen". Die deutschen Banken lägen im Durchschnitt aller geprüften Institute und stünden "deutlich besser da als noch beim letzten Stresstest vor zwei Jahren".

Dies sei bemerkenswert, denn das angenommene Szenario für Deutschland als exportorientiertes Land sei dieses Mal viel schärfer ausgefallen, sagte Wuermeling. "Mich beruhigen die Zahlen - trotz fortbestehenden Handlungsbedarfs - daher eher."

Der Bundesbank-Vorstand ermahnte die deutschen Banken dennoch zu einem besseren Wirtschaften. "Die Profitabilität muss sich verbessern", sagte er der "FAS". Die Banken hierzulande hätten ein Ertragsproblem. Insofern sei der Stresstest kein Grund für die Banken sich zurückzulehnen, zumal die globalen Risiken nicht weniger würden.

Vertreter der Deutschen Bank und der Commerzbank zeigten sich zufrieden mit den Testresultaten. "Ich erwarte keine negativen Konsequenzen aus dem Ergebnis", sagte Deutsche-Bank-Finanzvorstand James von Moltke der "FAS". Die Bank sei robuster als beim vorherigen Stresstest, der Risikoabbau habe den Konzern gestärkt.

Allerdings seien "wichtige strategische Maßnahmen, die wir bereits umgesetzt haben", beim jüngsten Stresstest noch nicht "angemessen reflektiert" worden. "Beim nächsten Mal sollte sich das zu unseren Gunsten ändern", sagte von Moltke.

Commerzbank-Risikovorstand Marcus Chromik sagte der Zeitung ebenfalls, sein Institut habe sein Stresstest-Ergebnis "deutlich verbessert". Die Bank sei heute "viel robuster", das Risikoprofil sei gesund und die Stressresistenz hoch.

Die EBA hatte bei dem jüngsten Stresstest analysiert, wie belastbar 48 Großbanken aus 15 EU-Ländern sowie Norwegen sind. Die Aufseher berechneten die Widerstandsfähigkeit der Banken im Fall eines kräftigen Konjunktureinbruchs über die drei kommenden Jahre.


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