30.10.2018, 08:56 Uhr

Köln (AFP) Unicef beklagt ungleiche Bildungschancen in vielen Industrieländern

Kinder auf dem Schulweg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jens Kalaene (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jens Kalaene)Kinder auf dem Schulweg. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Jens Kalaene (Foto: dpa/AFP/Archiv/Jens Kalaene)

Familiärer Hintergrund in reichen Staaten oft ausschlaggebend

In reichen Industriestaaten hängt der Bildungserfolg von Kindern stark vom familiären Hintergrund ab. Dieser sei "ein entscheidender Faktor" für die Bildungschancen, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef. In vielen europäischen Staaten gingen etwa Söhne und Töchter ärmerer Familien seltener in die Kita, auch die Chance auf den Besuch einer weiterführenden Schule sei geringer.

Für die Studie untersuchte das Unicef-Forschungszentrum Innocenti die Situation in insgesamt 41 Ländern der EU und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Lettland steht demnach an der Spitze mit der geringsten Bildungsungleichheit zwischen Kindern. Bulgarien und Malta stehen am Ende, Deutschland gehört mit Platz 23 zum unteren Mittelfeld.

Der Analyse zufolge sind die sozial bedingten Unterschiede zwischen Kindern in verschiedenen Altersstufen unterschiedlich stark ausgeprägt. So liegt Deutschland bei der Chancengleichheit in der frühkindlichen Förderung im Mittelfeld, bei Grundschülern aber nur im unteren Drittel der Rangliste. Bei einem Blick auf die Lage der 15-Jährigen befindet sich die Bundesrepublik erneut im Mittelfeld.

"Der internationale Vergleich zeigt, dass Länder Kindern sowohl ein hohes Bildungsniveau als auch mehr Chancengerechtigkeit ermöglichen können", erklärte die Innocenti-Leiterin Priscilla Idele. "Aber alle Industrieländer können und müssen benachteiligte Kinder besser fördern, denn diese bleiben am häufigsten zurück."


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