30.10.2018, 00:44 Uhr

Venedig (AFP) Mindestens fünf Tote bei Unwettern in Italien

Überfluteter Markusplatz in Venedig. Quelle: AFP/MIGUEL MEDINA (Foto: AFP/MIGUEL MEDINA)Überfluteter Markusplatz in Venedig. Quelle: AFP/MIGUEL MEDINA (Foto: AFP/MIGUEL MEDINA)

Markusplatz in Venedig wegen Hochwassers stundenlang gesperrt

Bei schweren Unwettern in Italien sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Unweit von Rom und Neapel wurden am Montag vier Menschen durch umstürzende Bäume getötet, wie die Behörden mitteilten. Nahe der nordwestitalienischen Stadt Savona wurde eine Frau durch ein herabfallendes Fassadenteil erschlagen.

Heftiger Wind und Starkregen hatten Italien am Montag fest im Griff: In fast allen Teilen des Landes galten Unwetterwarnungen, hunderte Schulen blieben geschlossen.

In Venedig löste starker Scirocco-Wind im Zusammenspiel mit Hochwasser in der Lagune die als "Acqua Alta" bekannten Überschwemmungen aus. Der berühmte Markusplatz stand am Nachmittag 1,56 Meter tief unter Wasser. Er blieb über mehrere Stunden gesperrt, da selbst die üblichen Holzstege nicht mehr reichten, um ihn sicher und trockenen Fußes zu überqueren. Bereits am Sonntag war der Marathon in der berühmten Lagunenstadt - trotz geänderter Strecke - teilweise im Wasser versunken.

Es ist erst das sechste Mal, dass Venedigs "Aqua Alta" die 1,50 Meter-Marke überschreitet. Der bisherige Rekord von 1,94 Meter stammt vom November 1966.

Höchste Warnstufe galt am Montag für die nördlichen Regionen Ligurien mit Genua, Lombardei mit Mailand, Friaul mit Triest, Venetien mit Venedig und Trentino mit der Stadt Trient sowie für die Abruzzen im Zentrum des Landes. Doch auch für Sizilien und fast den gesamten Rest Italiens galten Warnungen.

In Venetien, Rom, Genua und Messina sowie in zahlreichen Orten im Piemont und in der Toskana blieben die Schulen geschlossen. Flüsse traten über die Ufer, Straßen waren unterbrochen. Die Feuerwehr meldete hunderte Einsätze.

Für den Nordosten Italiens wurden für den Abend Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern an der Küste und 150 Stundenkilometern in den Bergen vorhergesagt. Dort soll binnen weniger Tage soviel Regen fallen wie gewöhnlicherweise innerhalb von mehreren Monaten.

Im Norden Venetiens wurden seit Samstag 400 Millimeter Niederschlag gemessen. Regionalpräsident Luca Zaia warnte, die Böden könnten kaum noch weiteres Wasser aufnehmen, und die Flüsse trügen schon jetzt Hochwasser.


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