29.10.2018, 16:58 Uhr

Paris (AFP) Menschenrechtsorganisationen treffen sich zu Gipfel in Paris

Treffen der Gipfelteilnehmer mit Präsident Macron (M). Quelle: POOL/AFP/ludovic MARIN (Foto: POOL/AFP/ludovic MARIN)Treffen der Gipfelteilnehmer mit Präsident Macron (M). Quelle: POOL/AFP/ludovic MARIN (Foto: POOL/AFP/ludovic MARIN)

Vertreter klagen über Zunahme der Übergriffe bis hin zum Mord

Vertreter von Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt klagen über zunehmende Übergriffe auf Aktivisten. Im vergangenen Jahr seien mindestens 312 Aktivisten und damit doppelt so viele wie 2015 getötet worden, erklärten sie am Montag zum Auftakt eines dreitägigen Gipfeltreffens in Paris. Diese Jahr dürfte sich die Lage demnach weiter verschärfen. Der Gipfel soll über langfristige gemeinsame Strategien gegen Rassismus, Unterdrückung und Diskriminierung beraten.

Zu den Teilnehmern des dreitägigen "Human Rights Defenders World Summit" gehören mehr als 150 Organisationen und Aktivisten aus 105 Staaten, darunter Amnesty International und der Internationale Verband der Menschenrechtsligen (FIDH). Anlass des Treffens ist der 20. Jahrestag einer UN-Erklärung, mit der die Generalversammlung der Vereinten Nationen Menschenrechts-Verteidiger im Dezember 1998 offiziell anerkannte. Damals fand der erste Gipfel der Organisationen ebenfalls in Paris statt.

Die wachsende Zahl der Übergriffe sei alarmierend, sagte der Chef der Dubliner Bewegung Frontline Defenders, Andrew Anderson, vor Journalisten. "Vermutlich werden die Zahlen für 2018 noch schlimmer sein als 2017". So sei die Zahl der Opfer in allen Ländern, in denen die meisten Morde geschähen - darunter Mexiko, Kolumbien, Brasilien, die Philippinen, Guatemala und Honduras - bereits jetzt höher als im vergangenen Jahr.

Auch heute gebe es Regierungen, Unternehmen und andere "mächtige Gruppierungen", die Menschenrechtsaktivisten bedrohten, ausspionierten, einsperrten, folterten und töteten, "und das nur, weil sie sich für die Grundrechte ihrer Gemeinschaft einsetzten", sagte Anderson. Er befürchte, dass wie schon 2017 die meisten Täter "völlig ungestraft" davonkämen. Nach den Worten seiner Kollegin Cindy Clark ist die Sicherheit von Menschenrechtlern "jeden Tag ein bisschen mehr gefährdet".

Für den Nachmittag stand ein Treffen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit Teilnehmern des Gipfels sowie der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Chiles Ex-Staatschefin Michelle Bachelet auf dem Programm.

Zu den Teilnehmern des Gipfels zählen auch der Pulitzerpreisträger Matthew Caruana Galizia, Sohn der vor über einem Jahr auf Malta ermordeten Journalistin Daphne Caruana Galizia; der Bruder der vor einem halben Jahr erschossenen Stadträtin von Rio de Janeiro, Marielle Franco, die sich unter anderem gegen Polizeigewalt einsetzte, sowie die Gründerin der Kommission für Menschenrechte in Pakistan, Hina Jilani.


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