28.10.2018, 09:57 Uhr

San Pedro Tapanatepec (AFP) Flüchtlingskarawane setzt Fußmarsch in Mexiko Richtung Norden fort

Honduranische Flüchtlinge in San Pedro Tapanatepec . Quelle: AFP/Guillermo Arias (Foto: AFP/Guillermo Arias)Honduranische Flüchtlinge in San Pedro Tapanatepec . Quelle: AFP/Guillermo Arias (Foto: AFP/Guillermo Arias)

Migranten lehnen Angebot des mexikanischen Staatschefs mehrheitlich ab

Die Karawane der in Richtung USA ziehenden Migranten aus Zentralamerika ist am Samstag in der Ortschaft San Pedro Tapanatepec im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca eingetroffen. Zuvor saßen tausende Migranten an einer Polizeisperre im 25 Kilometer entfernten Las Arenas fest, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Nach zwei Stunden des Wartens auf der Asphaltstraße zwischen Tropenwald und Maisfeldern ging der Fußmarsch schließlich ohne Zwischenfälle weiter.

Am Freitagabend hatten die Flüchtlinge bei einer Abstimmung auf dem Hauptplatz von Arriaga im benachbarten Bundesstaat Chiapas ein Angebot des mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto mehrheitlich abgelehnt. Der Staatschef hatte vorgeschlagen, dass die Migranten Zugang zum Gesundheitssystem erhalten, ihre Kinder zur Schule schicken und befristete Jobs annehmen könnten - vorausgesetzt sie blieben in Chiapas und Oaxaca und stellten dort einen Asylantrag.

Die mexikanischen Behörden erhielten bislang nach eigenen Angaben fast 1750 Asylanträge. Wie das Innenministerium in Mexiko-Stadt am Samstag mitteilte, gewährte es elf Migranten eine Aufenthaltserlaubnis. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Pueblos Sin Fronteras, die den Flüchtlingstreck begleitet, zählt dieser derzeit etwa 4000 Menschen. Unter ihnen sind viele kleine Kinder.

Ursprünglich bestand die Karawane aus rund 7000 Migranten auf der Flucht vor Armut und Gewalt in ihren Heimatländern. Die meisten stammen aus Honduras. Sie hatten sich dort am 13. Oktober auf den Weg in Richtung USA gemacht und am 19. Oktober die mexikanisch-guatemaltekische Grenze überquert. Viele beschlossen mittlerweile, nicht weiter zu marschieren oder umzukehren.

US-Präsident Donald Trump will mit allen Mitteln verhindern, dass der Treck in die USA gelangt. Zu diesem Zweck kündigte er am Donnerstag die Entsendung von 800 zusätzlichen Soldaten an die Grenze zu Mexiko an. Den Marsch der Flüchtlingen in Richtung US-Grenze bezeichnete er als "nationalen Notstand" für sein Land. An der Südgrenze der USA sind aufgrund einer Trump-Anordnung bereits seit April rund 2000 Nationalgardisten zusätzlich zu den Grenzschützern stationiert.


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