27.10.2018, 17:05 Uhr

Kabul (AFP) Afghanische Provinz Kandahar holt Parlamentswahl eine Woche später nach

Wählerin bei der Identitätsfeststellung. Quelle: AFP/JAWED TANVEER (Foto: AFP/JAWED TANVEER)Wählerin bei der Identitätsfeststellung. Quelle: AFP/JAWED TANVEER (Foto: AFP/JAWED TANVEER)

Lange Menschenschlangen vor Wahllokalen trotz Gewaltandrohung der Taliban

Eine Woche nach der Parlamentswahl in Afghanistan haben auch die Wähler in der südlichen Provinz Kandahar ihr Stimme abgeben können. Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen bildeten sich am Samstag in der gleichnamigen Provinzhauptstadt lange Schlangen vor einigen Wahllokalen. Die Abstimmung in der Südprovinz war nach der Tötung von Kandahars Polizeichef Abdul Rasik bei einem Taliban-Anschlag auf den 27. Oktober verschoben worden.

Mehr als eine halbe Million Menschen waren in der Provinz Kandahar zur Stimmabgabe aufgerufen. Über hundert Kandidaten bewarben sich um insgesamt elf Parlamentssitze.

Die Wahl in den anderen Provinzen am vergangenen Sonntag war von Gewalt und Chaos überschattet. Bei Angriffen auf Wahllokale wurden zahlreiche Menschen getötet oder verletzt. Viele Wähler konnten zudem ihre Stimme nicht abgeben, weil Wahllokale verspätet oder gar nicht öffneten. 250 Wahllokale öffneten daher am Sonntag erneut. In Kandahar gab es am Samstag zunächst keine Berichte über mögliche Gewalttaten.

Die Ergebnisse der Parlamentswahl sollen im November verkündet werden. Insgesamt waren landesweit rund 8,9 Millionen registrierte Wähler dazu aufgerufen, das Parlament neu zu wählen.

Die islamistischen Taliban hatten zum Boykott der Abstimmung aufgefordert und mit Angriffen gedroht. Bereits im Wahlkampf war es zu mehreren tödlichen Angriffen gekommen. Mindestens zehn der insgesamt mehr als 2500 Kandidaten wurden dabei getötet.


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