26.10.2018, 13:54 Uhr

Brüssel (AFP) Lohnungerechtigtkeit: Frauen in der EU arbeiten zwei Monate pro Jahr umsonst

Lohnlücke zwischen Geschlechtern weiterhin groß. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Friso Gentsch (Foto: dpa/AFP/Archiv/Friso Gentsch)Lohnlücke zwischen Geschlechtern weiterhin groß. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Friso Gentsch (Foto: dpa/AFP/Archiv/Friso Gentsch)

In Deutschland wegen starkem Lohngefälle zu Männern sogar noch länger

Frauen verdienen in der EU im Schnitt 16 Prozent weniger als Männer. Frauen arbeiteten damit dieses Jahr ab dem 3. November faktisch umsonst, teilte die Kommission am Freitag zum "Europäischen Tag der Lohngleichheit" mit. In Deutschland ist dies sogar schon Mitte Oktober der Fall. Denn dort beträgt das Lohngefälle den Angaben zufolge 21,5 Prozent. Dies ist der dritthöchste Wert in der EU.

Die Daten für das Lohngefälle basieren auf den Unterschieden bei den durchschnittlichen Stundenlöhnen für Männer und Frauen. Die Gründe dafür seien vielfältig, erklärte die Kommission. So arbeiteten Frauen häufiger in Teilzeit, würden durch das Phänomen der "gläsernen Decke" in der Karriere gebremst, arbeiteten eher in Niedriglohnsektoren und müssten häufig die Hauptverantwortung für Betreuung in der Familie schultern.

In den einzelnen EU-Staaten sind die Ungleichheiten nach den Kommissionsdaten sehr unterschiedlich ausgeprägt. Am niedrigsten waren die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Rumänien (5,2 Prozent) und Italien (5,3 Prozent). Noch vor Deutschland standen beim höchsten Gefälle Estland (25,3 Prozent) und Tschechien (21,8 Prozent).

"Diese Situation ist nicht länger hinnehmbar", erklärte die Kommission und forderte stärkere Bemühung zur Angleichung der Gehälter. Denn diese hätten auch Auswirkungen auf die Rentenansprüche von Frauen. Hier liegt das Gefälle zwischen Männern und Frauen demnach im EU-Schnitt sogar noch bei 36,6 Prozent.


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