26.10.2018, 09:41 Uhr

Ankara (AFP) Altmaier eröffnet Deutsch-Türkisches Energieforum in Ankara

Deutsche und türkische Flagge. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Michael Kappeler (Foto: dpa/AFP/Archiv/Michael Kappeler)Deutsche und türkische Flagge. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Michael Kappeler (Foto: dpa/AFP/Archiv/Michael Kappeler)

Minister: Können führende Rolle bei Transformation einnehmen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat bei der Eröffnung des zweiten Deutsch-Türkischen Energieforums in Ankara das Potenzial beider Länder beim Umbau des Energiesektors hervorgehoben. Die Türkei und Deutschland könnten bei der Transformation hin zu erneuerbaren Energien "als klassische energieproduzierende Länder eine führende Rolle einnehmen", sagte Altmaier am Freitag in der türkischen Hauptstadt.

Viele türkische Unternehmen würden sich heute an der Energiewende in Deutschland beteiligen, sagte Altmaier vor hunderten deutschen und türkischen Unternehmensvertretern. Er habe mit Interesse gehört, dass die Türkei zur "Gasdrehscheibe" zwischen Europa und Asien werden wolle. Beide Länder seien bisher von Gasimporten aus Russland abhängig und hätten ein Interesse an einer stärkeren Diversifizierung, sagte er.

Der türkische Energieminister Fatih Dönmez hob hervor, dass die Türkei aufgrund ihrer geografischen Position ein "sehr wichtiges Land für die Energiesicherheit Europas sei". In diesem Punkt werde die Türkei "ein Verbündeter Europas" sein. Deutsche Firmen hätten beim Ausbau der Energie in der Türkei eine große Rolle gespielt. Für künftige Investitionen sei "politische Stabilität durch eine starke Führung wichtig", sagte Dönmez.

Altmaier hob die Expertise deutscher Energiefirmen bei der Sicherheit und auch dem Abbau von Atomkraftwerken hervor. "Diese Expertise bieten wir auch an", sagte Altmaier. Während sich Deutschland für den Ausstieg aus der Kernenergie entschieden hat, hat die Türkei im April mit dem Bau ihres ersten Atomkraftwerks begonnen. Das Atomkraftwerk Akkuyu in der Provinz Mersin an der Südküste wird von der russischen Rosatom errichtet.

Nach dem Energieforum wollte Altmaier in Ankara zunächst Industrieminister Mustafa Varank treffen, bevor er sich in der deutschen Botschaft bei Vertretern von Stiftungen und türkischen Menschenrechtlern über die politische Situation im Land informiert. Zudem waren Gespräche mit türkischen Rückkehrern aus Deutschland geplant. Am ersten Tag seiner Türkei-Reise hatte Altmaier bereits seinen türkischen Kollegen Berat Albayrak getroffen.


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