26.10.2018, 09:52 Uhr

New York (AFP) Fahndung nach Urheber der Briefbomben-Serie läuft auf Hochtouren


Medien: Einige verdächtige Sendungen wurden in Florida aufgegeben

Mit Hochdruck suchen die Ermittler in den USA nach dem Absender der Briefbomben an prominente Kritiker von US-Präsident Donald Trump. Die Polizei entsandte am Donnerstagabend ein Kommando zur Bombenentschärfung in ein Postverteilzentrum nahe Miami im US-Bundesstaat Florida. Medienberichten zufolge sollen mehrere der verdächtigen Sendungen in Florida abgeschickt worden sein. Bislang gab es weder Festnahmen noch ein Bekennerschreiben.

Das Entschärfungskommando sei zur Unterstützung in das Briefzentrum von Opa-Locka geschickt worden, teilte die Polizei des Bezirks Miami-Dade im US-Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Der Einsatz sei "Teil der laufenden Ermittlung zu verdächtigen Sendungen in anderen Zuständigkeitsgebieten". Es handele sich um eine "Vorsichtsmaßnahme".

Mehrere US-Medien berichteten, dass mindestens einige der Briefbomben aus Florida abgeschickt wurden. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

"Wir werden den oder die Verantwortlichen für diese Taten identifizieren und festnehmen", sagte der New Yorker Polizeichef James O'Neill. Er äußerte sich jedoch wegen der laufenden Ermittlungen nicht zu ersten möglichen Spuren. "Wir klären Dinge zur Stunde auf."

Insgesamt zehn verdächtige Postsendungen wurden seit Montag entdeckt. Sie wurden in New York, Maryland, Florida, Delaware und Los Angeles abgefangen. "Es bleibt möglich, dass weitere Sendungen verschickt wurden", sagte FBI-Vertreter William Sweeney. "Einige" Briefe seien im US-Postsystem unterwegs gewesen.

Verletzt wurde durch die Sendungen bisher niemand, die Nerven liegen jedoch blank. So sorgten am Donnerstag zwei herrenlose Päckchen im Time Warner Center in New York für Aufregung, wo am Tag zuvor das Büro des Fernsehsenders CNN geräumt worden war. Die Polizei schickte ein Entschärfungskommando, gab später aber Entwarnung.

Die seit Montag abgefangenen Briefbomben waren adressiert an den demokratischen Ex-Präsidenten Barack Obama, an die frühere Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton sowie den CNN-Experten und früheren CIA-Direktor John Brennan; letztere Sendung ging im CNN-Gebäude in New York ein.

Die erste Sendung war an den Milliardär George Soros gerichtet gewesen, der von vielen Unterstützern Trumps verachtet wird. Auch Obamas früherer Justizminister Eric Holder und die demokratische Abgeordnete Maxine Waters sollten Päckchen erhalten.

An Hollywood-Star und Trump-Kritiker Robert De Niro ging ebenfalls ein verdächtiges Päckchen. Zwei weitere waren an Obamas früheren Vizepräsidenten Joe Biden adressiert.

Als Absender auf den Sendungen wurde der Name der demokratischen Politikerin Debbie Wasserman-Schultz genutzt. "Wir werden uns niemals Menschen unterwerfen, die hassen", sagte sie bei einem Wahlkampfauftritt im Norden von Miami. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio bezeichnete den Urheber der Sendungen auf CNN als "Serien-Bomber" und "Terroristen".

Die Briefbomben waren allesamt an Gegner von US-Präsident Donald Trump adressiert. Dieser hatte die Medien für das hasserfüllte Klima im Land verantwortlich gemacht. Allerdings werfen zahlreiche Kritiker Trump vor, selbst mit seiner aggressiven Rhetorik das politische Klima zu vergiften und die Spaltung in der US-Gesellschaft zu vertiefen.


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