25.10.2018, 20:54 Uhr

Berlin (AFP) Merkel verurteilt bei Telefonat mit König Salman Tötung Khashoggis

Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ)Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: AFP/Tobias SCHWARZ (Foto: AFP/Tobias SCHWARZ)

Bundeskanzlerin fordert "rasche, transparente" Aufklärung von Saudi-Arabien

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in einem Telefonat mit Saudi-Arabiens König Salman die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi im saudiarabischen Konsulat in Istanbul "aufs Schärfste" verurteilt. Merkel habe das Königreich dazu aufgerufen eine "rasche, transparente und glaubhafte Aufklärung sicherzustellen", hieß es in einer von Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurzbotschaftendienst Twitter verbreiteten Erklärung. Demnach stehe "Deutschland bereit, zusammen mit internationalen Partnern angemessene Maßnahmen zu ergreifen".

Merkel hatte sich im Lichte der laufenden Entwicklung des Falles bereits am Sonntag gegen weitere Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien ausgesprochen und "dringenden weiteren Klärungsbedarf" angemeldet. In ihrem Gespräch mit Salman habe sie ihre Forderung bekräftigt, "dass alle Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden müssen", hieß es in der Mitteilung. Zudem habe sie den Monarchen dazu aufgefordert, den Zugang für humanitäre Hilfsleistungen in den Jemen zu erleichtern.

Khashoggi verschwand Anfang Oktober im saudiarabischen Konsulat in Istanbul. Saudi-Arabien hatte unter massivem internationalen Druck erklärt, der Journalist sei bei einem "Faustkampf" in dem Gebäude zu Tode gekommen. Diese offizielle Version der Ereignisse wird allerdings international stark angezweifelt - zumal Riad zunächst versicherte, er habe das Konsulat lebend verlassen.

Die USA sprechen von einer Vertuschungsaktion, türkischen Ermittlern zufolge wurde Khashoggi von einem Agententeam vorsätzlich getötet. Am Donnerstag nannte die saudiarabische Generalstaatsanwaltschaft die Tötung des kritischen Journalisten erstmals eine vorsätzliche Tat.


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