25.10.2018, 13:44 Uhr

Straßburg (AFP) Masttiere in der EU sollen weniger Antibiotika verabreicht bekommen

Mastschweine in einem Stall. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Holger Hollemann (Foto: dpa/AFP/Archiv/Holger Hollemann)Mastschweine in einem Stall. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Holger Hollemann (Foto: dpa/AFP/Archiv/Holger Hollemann)

EU-Parlament verabschiedet Maßnahmen gegen Antibiotika-Restistenz

Weniger Antibiokita für Rinder, Schweine, Geflügel und andere Nutztiere - darauf zielt eine neue Verordnung ab, die das Europaparlament am Donnerstag abschließend verabschiedet hat. Dank der neuen Vorschriften sollen auch weniger Antibiotika auf den Tellern der Verbraucher landen. Hintergrund sind zunehmende Resistenzen gegen diese Arzneimittel.

Auf die Neuregelung haben sich Vertreter des Europaparlaments und der EU-Staaten nach mehrjährigen, zähen Verhandlungen verständigt. Der Rat der Mitgliedstaaten muss nun noch formell zustimmen, was in Kürze geschehen dürfte. Anschließend haben die EU-Staaten drei Jahre Zeit, um die neuen Vorschriften umzusetzen. Damit greift die Verordnung nicht vor Ende 2021.

Die Verordnung sieht vor, bestimmte Antibiotika ausschließlich für Menschen zu verwenden. Damit soll verhindert werden, dass diese Medikamente ins Essen geraten, was letztlich die Entstehung von resistenten Krankheitserregern, etwa Salmonellen, fördert.

Grundsätzlich soll die präventive Verabreichung von Antibiotika in der Tierhaltung eingeschränkt werden. Ohne klinische Anzeichen für eine Erkrankung dürfen im Regelfall nicht mehr Gruppen von Tieren vorbeugend behandelt werden, sondern nur einzelne - und nur, wenn ein Tierarzt ein Infektionsrisiko sieht. Gruppen von Tieren dürfen nur in Ausnahmefällen Antibiotika erhalten - wenn bereits Infektionen festgestellt wurden.

Die Neuregelung gilt auch für importierte Futterstoffe. Dies soll auch verhindern helfen, dass mit Antibiotika angereichertes Futter eingesetzt wird, damit die Tiere schneller wachsen.

Endlich würden bestimmte Antibiotika für Menschen reserviert, betonte die SPD-Abgeordnete Susanne Melior. "Diese speziellen Antibiotika sind nötig, wenn bei Erkrankungen alle anderen Medikamente nicht mehr anschlagen."


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