25.10.2018, 14:14 Uhr

Aachen (AFP) Polizei räumt mehrere besetzte Häuser im rheinischen Braunkohlerevier

Polizeihubschauber über Hausbesetzern am Tagebaugebiet. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Henning Kaiser (Foto: dpa/AFP/Archiv/Henning Kaiser)Polizeihubschauber über Hausbesetzern am Tagebaugebiet. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Henning Kaiser (Foto: dpa/AFP/Archiv/Henning Kaiser)

Aktion in Kerpen-Manheim nach Eilantrag bei Gericht jedoch "vorerst abgebrochen"

Die Polizei hat am Donnerstag mehrere von Kohlegegnern besetzte Häuser im rheinischen Braunkohlerevier geräumt. Die Polizeiaktion in Kerpen-Manheim wurde jedoch am Nachmittag wegen eines Eilantrags gegen die Räumung eines bestimmten Hauses beim Verwaltungsgericht Köln "vorerst unterbrochen", wie ein Polizeisprecher in Aachen mitteilte. Demnach soll eine die Entscheidung des Gerichts über den Eilantrag abgewartet werden.

Der nicht mehr bewohnte Ort Manheim soll dem Braunkohletagebau Hambach weichen. Eigentümer der von Aktivisten besetzten Immobilien ist der Energiekonzern RWE. Die RWE Power AG hatte laut Polizei in der vergangenen Woche Strafantrag gegen die Besetzer wegen Hausfriedensbruchs gestellt.

Der Aufforderung zum freiwilligen Verlassen der Häuser kamen die Besetzer am Donnerstag zunächst nicht nach, wie die Polizei weiter mitteilte. Insgesamt wurden zunächst sieben Häuser geräumt, dabei wurden acht Menschen vorübergehend festgenommen.

Bereits am Mittwochabend hatten Polizisten ein Protestcamp von Kohlegegnern auf einem früheren Sportplatz in Kerpen-Manheim aufgelöst. Dabei wurden die Personalien von 109 Aktivisten festgestellt, ihnen droht ein Verfahren wegen Hausfriedensbruchs.

Das Aktionsbündnis "Ende Gelände" hatte auf dem Gelände, das RWE gehört, ein Zeltcamp errichtet. "Die Errichtung dieses Camps ist rechtswidrig", erklärte die Polizei. RWE stellte einen Strafantrag.

Aktivisten von "Ende Gelände" wollen bis zum Sonntag wie bereits mehrfach in den vergangenen Jahren mit Blockadeaktionen im rheinischen Tagebaugebiet Front gegen die Kohleverstromung machen. Das Aktionsbündnis erklärte am Donnerstag, tausende Menschen seien derzeit auf dem Weg ins Braunkohlerevier. Sie seien entschlossen, die Kohleinfrastruktur um den Tagebau Hambach zu blockieren und damit "für Klimagerechtigkeit und einen sofortigen Kohleausstieg einzutreten".

Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach rief die Teilnehmer auf, ihrem Protest friedlich und ohne Gewalt Ausdruck zu verleihen. "Distanzieren Sie sich von Straftaten und bringen Sie sich und andere nicht in Gefahr", twitterte die Aachener Polizei. Weinspach erinnerte zugleich daran, dass der Tagebau ein umfriedetes Betriebsgelände sei und ein Eindringen einen "strafbaren Hausfriedensbruch" darstelle.


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