25.10.2018, 09:15 Uhr

Frankfurt/Main (AFP) Umfrage: CDU und SPD drohen bei Landtagswahl in Hessen herbe Verluste

Wahlplakate in Hessen. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Arne Dedert (Foto: dpa/AFP/Archiv/Arne Dedert)Wahlplakate in Hessen. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Arne Dedert (Foto: dpa/AFP/Archiv/Arne Dedert)

Parteien starten in Schlussphase des Wahlkampfs

Bei der Landtagswahl am Sonntag in Hessen drohen CDU und SPD einer weiteren Umfrage zufolge herbe Stimmenverluste. In einer von "Spiegel Online" und der "Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen" am Donnerstag veröffentlichten Civey-Befragung kommt die CDU nur auf 27 Prozent, die SPD auf 22 Prozent. Die Grünen können auf ein Rekordergebnis hoffen. In der Umfrage liegen sie bei 18,5 Prozent.

Die AfD zieht demnach mit 13 Prozent erstmals in den hessischen Landtag ein. Die Linkspartei kommt in der Umfrage auf acht Prozent, die FDP auf 7,5 Prozent. Laut den Umfragewerten wäre eine Neuauflage der amtierenden schwarz-grünen Landesregierung nicht möglich. Eine Koalition aus CDU und SPD hätte nur eine knappe Mehrheit.

Rechnerisch möglich ist laut der Umfrage ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP. Es könnte auch knapp für ein rot-rot-grünes Bündnis oder eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP reichen.

Auch in anderen Umfragen in den vergangenen Tagen hatten CDU und SPD deutlich unter ihrem Ergebnis bei der Wahl vor fünf Jahren gelegen. Die Grünen lagen sogar bei rund 20 Prozent und in einer Befragung sogar knapp vor der SPD.

Für die Civey-Umfrage wurden vom 18. bis 24. Oktober 4467 Menschen online befragt. Der statistische Fehlerbereich liegt den Angaben zufolge bei 2,5 Prozent.

SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel zeigte sich trotz der schwachen Umfragewerte zuversichtlich. Die Sozialdemokraten seien in Hessen kommunal viel stärker verankert als in Bayern, wo die Partei bei der Landtagswahl vor zwei Wochen unter zehn Prozent gefallen war, sagte er im Bayerischen Rundfunk. Er erhoffe sich zudem von der Wahl in Hessen eine "Signalwirkung" für die gesamte SPD. "Der Stillstand hat in Hessen einen Namen - Schwarz und Grün", sagte Schäfer-Gümbel.

Grünen-Spitzenkandidat und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir warnte seine Partei indes vor überzogenen Erwartungen. "Ich traue dem Hype nicht - inzwischen ignoriere ich die Umfragen", sagte er der "tageszeitung". Mit Blick auf sein Verhältnis zu Schäfer-Gümbel fügte er hinzu, es gebe "keine Gegnerschaft".

Zum Auftakt der Schlussphase des hessischen Wahlkampfs tritt am Donnerstagnachmittag Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit Ministerpräsident Volker Bouffier (beide CDU) bei einer Kundgebung in Fulda auf. SPD-Chefin Andrea Nahles nimmt mehrere Termine in Südhessen wahr.

Zum Wahlkampfhöhepunkt der Grünen wird in Frankfurt am Main die Bundesvorsitzende Annalena Baerbock erwartet. Zu einer Veranstaltung der Linken in Hanau reist Parteichef Bernd Riexinger an.

Die FDP um Spitzenkandidat René Rock wirbt am Freitag mit Bundeschef Christian Lindner in Frankfurt um Stimmen. Zudem lädt die AfD zu einer Veranstaltung mit Bundesprominenz in Wiesbaden ein.


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