19.10.2018, 16:11 Uhr

Brüssel (AFP) Europa und Asien zeigen in Brüssel Flagge gegen Trumps Kurs

Merkel beim Gipfelfoto. Quelle: AFP/Ben STANSALL (Foto: AFP/Ben STANSALL)Merkel beim Gipfelfoto. Quelle: AFP/Ben STANSALL (Foto: AFP/Ben STANSALL)

Asem-Gipfel kritisiert Protektionismus und bekennt sich zu Klimaabkommen

Die Staaten Europas und Asiens haben bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel klar Flagge gegen den protektionistischen Kurs von US-Präsident Donald Trump gezeigt. Die Staats- und Regierungschefs der 51 Asem-Staaten lehnten am Freitag "alle Formen von Protektionismus" im Welthandel ab. Auch beim Pariser Klimaabkommen und beim Atomabkommen mit dem Iran stellten sie sich gegen den Konfrontationskurs des US-Präsidenten und bekannten sich zu internationaler Zusammenarbeit.

"Wichtigstes Signal" des Asem-Gipfels sei das Bekenntnis "zu einer auf Regeln basierenden internationalen Ordnung", sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk nach dem unter dem Motto "Globale Partner für globale Herausforderungen" stehenden Treffen. Dies sei "im aktuellen weltpolitischen Umfeld" besonders wichtig. Es sei aber auch klar: "Wir sind nicht überall einig."

An dem Treffen nahmen auch Russland und China teil, mit denen die EU eine Reihe von Streitigkeiten hat. Wegen des Ukraine-Konflikts haben die Europäer gegen die russische Wirtschaft umfassende Sanktionen verhängt. China steht dagegen immer wieder wegen Preis-Dumping und Beschränkungen des Marktzugangs für europäische Firmen in der Kritik. Beiden Großmächten werfen die Europäer zudem vor, für staatlich gelenkte Hackerangriffe verantwortlich zu sein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) traf in Brüssel sowohl den russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew als auch den chinesischen Regierungschef Li Keqiang. Insgesamt bewertete auch die Kanzlerin den Gipfel schon vor Ende als "wichtiges Signal" gegen Protektionismus.

In der Abschlusserklärung bekannten sich die Asem-Staaten ausdrücklich zur Welthandelsorganisation WTO. Trump, der gegen viele Länder Strafzölle verhängt hat, hatte immer wieder mit dem Ausstieg aus der Organisation gedroht, wenn diese nicht reformiert werde. Dies forderten nun auch die Asem-Länder.

Die Gipfel-Teilnehmer erkannten darüber hinaus "die ernste Herausforderung durch den Klimawandel" an. Sie zeigten sich besorgt, dass bisherige Anstrengungen "unzureichend" seien, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Hier sei "dringendes und wirksames Handeln durch alle Länder notwendig". Trump hatte das Pariser Klimaabkommen trotz aller internationalen Appelle im Juni aufgekündigt.

Die Asem-Mitglieder forderten auch den Erhalt der 2015 geschlossenen Vereinbarung zum iranischen Atomprogramm. Dies sei "eine Frage des Respekts internationaler Abkommen und der Förderung der internationalen Sicherheit, des Friedens und der Stabilität", hieß es. Trump hatte das Atomabkommen im Mai einseitig aufgekündigt und frühere US-Wirtschaftssanktionen gegen Teheran wieder in Kraft gesetzt.

Mit Blick auf den Korea-Konflikt betonten die Staats- und Regierungschefs, eine Lösung sei "wichtig für Frieden, Sicherheit und Stabilität - nicht nur in Ostasien, sondern auf der ganzen Welt". Sie riefen Nordkorea auf, sein Atomprogramm "vollständig, überprüfbar und unumkehrbar" aufzugeben.

Hier gab es zur Abwechslung auch Lob für Trump: die Asem-Länder begrüßten sein Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un im Juni, der dort "eine Denuklearisierung" seines Landes versprochen hatte.


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