19.10.2018, 06:59 Uhr

Berlin (AFP) Bouffier setzt im hessischen Wahlkampf verstärkt auf Warnung vor Linksbündnis

Wahlplakate vor der Landtagswahl in Hessen. Quelle: dpa/AFP/Arne Dedert (Foto: dpa/AFP/Arne Dedert)Wahlplakate vor der Landtagswahl in Hessen. Quelle: dpa/AFP/Arne Dedert (Foto: dpa/AFP/Arne Dedert)

Ministerpräsident wirbt für amtierende schwarz-grüne Landesregierung

Angesichts der schlechten Umfragewerte für die CDU vor der Landtagswahl in Hessen setzt Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) verstärkt darauf, vor einem Linksbündnis zu warnen. "Ein linkes Bündnis wäre für Hessen eine Katastrophe", sagte Bouffier am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Laut Umfragen könnte es bei der Wahl in gut einer Woche eine Mehrheit für eine rot-rot-grüne Koalition geben, möglicherweise sogar unter grüner Führung.

Bouffier steht seit knapp fünf Jahren an der Spitze einer schwarz-grünen Landesregierung. In dem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" lagen die Grünen vor der SPD, was dem derzeitigen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir die Möglichkeit auf das Amt des Ministerpräsidenten in einer grün-rot-roten Landesregierung eröffnen könnte.

Bouffier warb für das schwarz-grüne Regierungsbündnis. Die beiden Regierungspartner hätten in den vergangenen fünf Jahren gezeigt, "dass Schwarz-Grün eine Erfolgskonstellation ist", sagte er in der ARD. Es wäre gut, "wenn wir in dieser Formation eine Chance bekommen". Die CDU kämpfe dafür, dass sie stärkste Kraft werde und die nächste Regierung anführe.

Laut den jüngsten Umfragen für ARD und ZDF liegt die CDU gut eine Woche vor der Wahl nur bei 26 Prozent. Die SPD liegt demnach wie die Grünen im Bereich von 20 Prozent. Rechnerisch möglich sind ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP oder eine rot-rot-grüne Koalition, möglicherweise sogar unter grüner Führung.

Die amtierende schwarz-grüne Landesregierung muss dagegen trotz des Höhenflugs der Grünen um ihre Mehrheit bangen. Die Berliner Regierungspartner CDU und SPD, die in Hessen massive Stimmenverluste fürchten müssen, hätten nach den jüngsten Umfragen keine Mehrheit in Hessen.

Grünen-Spitzenkandidat Al-Wazir bemühte sich, die Euphorie zu dämpfen. "Stimmungen sind noch keine Stimmen", sagte der hessischer Wirtschaftsminister der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die guten Umfragewerte gäben den Grünen Schwung, "aber wir haben noch kein Wahlergebnis". Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, Ministerpräsident zu werden, sagte er: "Ich bin sehr sicher, dass die Menschen vor allem daran interessiert sind, was wir in der Sache erreichen wollen".


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