18.10.2018, 10:03 Uhr

Berlin (AFP) Hälfte der Generation 65 plus surft im Internet

Senior bedient Computermaus. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Tim Brakemeier (Foto: dpa/AFP/Archiv/Tim Brakemeier)Senior bedient Computermaus. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Tim Brakemeier (Foto: dpa/AFP/Archiv/Tim Brakemeier)

Anteil der Erwerbstätigen im Rentenalter binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt

Jeder Zweite in der Altersgruppe ab 65 Jahren ist im Internet unterwegs - 91 Prozent der Internetnutzer im Rentenalter senden und empfangen E-Mails. Damit lag der Anteil bei den älteren Mailnutzer im ersten Quartal 2017 ähnlich hoch wie bei den jüngeren Internetsurfern, wie das Statistische Bundesamt bei der Vorstellung des Statistischen Jahrbuchs 2018 am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Bei anderen Formen der digitalen Kommunikation hielten sich die Älteren allerdings eher zurück: So waren nur 21 Prozent in sozialen Netzwerken aktiv. Höher im Kurs standen dagegen bei den Internetnutzern im Rentenalter die Informationssuche nach Waren und Dienstleistungen (86 Prozent) und die Nutzung von Dienstleistungen rund um die Reise (64 Prozent).

"Die Generation 65 plus spielt in unserer Gesellschaft eine immer bedeutendere Rolle", erklärte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Georg Thiel. "Das zeigen sowohl die demografischen Grunddaten als auch die Daten zu ihrer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben." Es gelte, "das Alter als Chance zu sehen und die Fähigkeiten dieser Generation weiter zu nutzen und zu fördern".

Von 1990 bis 2017 wuchs den Statistikern zufolge die Zahl der Menschen ab 65 Jahren bundesweit um rund 5,8 Millionen auf 17,7 Millionen. Aktuell ist damit gut jeder fünfte Mensch hierzulande im Seniorenalter. Laut Vorausberechnung der Wissenschaftler wird der Anteil der Generation 65 plus im Jahr 2030 auf 26 Prozent gewachsen sein und im Jahr 2060 sogar 31 Prozent betragen.

Einen Anstieg verzeichnete das Bundesamt auch bei der Erwerbstätigkeit Älterer: Der Anteil der 65- bis 69-Jährigen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, wuchs binnen zehn Jahren um mehr als das Doppelte - von 7,1 Prozent 2007 auf 16,1 Prozent 2017. Einige könnten noch ihre berufliche Lebenserfahrung einbringen, andere müssten aus wirtschaftlichen Gründen bis ins hohe Alter arbeiten, teilten die Statistiker mit.

Auch bei politischen Wahlen gewinnt der demografische Wandel an Bedeutung: Bereits bei der Bundestagswahl 2017 stellte die Generation 60 plus mit 22,4 Millionen Menschen 36 Prozent der Wahlberechtigten - mehr als doppelt so viele wie die unter 30-Jährigen (9,2 Millionen beziehungsweise 15 Prozent). Dabei lag die Wahlbeteiligung der 60- bis 69-Jährigen mit 81 Prozent über dem Gesamtdurchschnitt (76 Prozent).


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