14.12.2018, 13:49 Uhr

Karlsruhe (AFP) Verdacht auf islamistischen Anschlag nach Geiselnahme in Köln nicht erhärtet

Polizeieinsatz am Kölner Hauptbahnhof Mitte Oktober. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg (Foto: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg)Polizeieinsatz am Kölner Hauptbahnhof Mitte Oktober. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg (Foto: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg)

Bundesanwaltschaft gibt Ermittlungen zu Verbrechen im Hauptbahnhof nach Köln ab

Bei dem Brandanschlag und der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof Mitte Oktober hat es sich nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft offenbar nicht um einen islamistischen Anschlag gehandelt. Entsprechende Verdachtsmomente hätten sich bei den Ermittlungen gegen den tatverdächtigen 55-jährigen Syrer nicht erhärtet, teilte die Behörde am Freitag in Karlsruhe mit. Der Generalbundesanwalt gab daher das Ermittlungsverfahren an die Kölner Staatsanwaltschaft ab.

Der 55-jährige Mohammad A. R. hatte am 15. Oktober in einem Schnellrestaurant im Kölner Hauptbahnhof eine brennbare Flüssigkeit angezündet und eine heftige Verpuffung ausgelöst. Dabei wurde eine Jugendliche schwer verletzt.

Anschließend nahm der Mann in einer benachbarten Apotheke eine Angestellte als Geisel. Als er diese anzuzünden versuchte, griff ein Spezialkommando der Polizei ein. Der Täter wurde dabei durch Schüsse der Beamten schwerst verletzt und schwebte vorübergehend ins Lebensgefahr. Er liegt auch zwei Monate nach der Tat weiter in einem Krankenhaus.

Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen in dem Fall ursprünglich an sich gezogen, weil aufgrund von Zeugenangaben von einem islamistischen Hintergrund der Tat auszugehen war. Demnach soll sich der 55-Jährige unter anderem als Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat bezeichnet haben.

"Im Zuge der weiteren Ermittlungen ließen sich die auf eine radikalislamistische Motivlage deutenden Indizien jedoch nicht erhärten", teilte die Bundesanwaltschaft nun mit. Insbesondere hätten sich keine Anhaltspunkte für eine Beteiligung des Täters am IS ergeben.


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