13.10.2018, 05:27 Uhr

Berlin (AFP) US-Botschafter begrüßt aus türkischer Haft freigelassenen US-Pastor in Ramstein

Brunson und seine Frau Norine am Flughafen von Izmir. Quelle: AFP/BULENT KILIC (Foto: AFP/BULENT KILIC)Brunson und seine Frau Norine am Flughafen von Izmir. Quelle: AFP/BULENT KILIC (Foto: AFP/BULENT KILIC)

Brunson auf dem Weg in die USA

Der nach zwei Jahren aus türkischer Haft freigelassene US-Pastor Andrew Brunson hat auf dem Weg in die USA einen Zwischenstopp in Ramstein eingelegt. Auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Rheinland-Pfalz wurde er vom US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, begrüßt, wie dieser in der Nacht zum Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte.

"Ich habe Pastor Brunson und seine Frau bei ihrem Tankstopp in Deutschland willkommen geheißen", erklärte Grenell. Brunson sei "fast zuhause". Er habe dem Pastor eine US-Flagge überreicht, die dieser "umgehend geküsst" habe.

Nach Angaben von Brunsons Anwalt Cem Halavurt sollte Brunson von Ramstein aus in die USA weiterfliegen. Unmittelbar nach seiner Rückkehr will US-Präsident Donald Trump ihn im Weißen Haus in Washington empfangen. "Gute Nachrichten, Pastor Brunson ist in der Luft", sagte Trump vor Journalisten. "Er kommt ins Oval Office, höchstwahrscheinlich am Samstag."

Brunson war am Freitag nach monatelangem diplomatischen Tauziehen freigelassen worden. Ein Gericht in Aliaga bei Izmir hob den Hausarrest und die Ausreisesperre für den evangelikalen Geistlichen auf, dessen Inhaftierung zu einer schweren Krise mit den USA geführt hatte.

Brunson saß seit Oktober 2016 unter dem Vorwurf der Spionage und der Unterstützung einer Terrororganisation in türkischer U-Haft und später in Hausarrest. Die türkischen Behörden warfen ihm Unterstützung der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und der Gülen-Bewegung vor. Der Pastor hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und seine Unschuld beteuert.

Trump und sein Vize Mike Pence hatten sich wiederholt für den evangelikalen Pastor eingesetzt, der vor seiner Festnahme eine kleine Gemeinde in der westtürkischen Küstenstadt Izmir leitete.

Die US-Regierung hatte im Streit um den Pastor Sanktionen gegen die Türkei verhängt. Als ein türkisches Gericht Brunson Ende Juli in den Hausarrest entließ, seine Freilassung aber verweigerte, verhängte Trump Sanktionen gegen zwei türkische Minister und ordnete die Verdopplung der Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus der Türkei an. Ankara reagierte mit gleichen Maßnahmen.


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