16.10.2018, 11:10 Uhr

Köln (AFP) Staatsanwalt legt Revision gegen zwei Freisprüche in Kölner Archivprozess ein

Das eingestürzte Gebäude des Kölner Stadtarchivs. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg (Foto: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg)Das eingestürzte Gebäude des Kölner Stadtarchivs. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg (Foto: dpa/AFP/Archiv/Oliver Berg)

Anklage beantragte für Bauleiter jeweils ein Jahr Haft auf Bewährung

Nach dem Urteil des Kölner Landgerichts im Strafprozess um den Einsturz des Stadtarchivs hat die Staatsanwaltschaft Revision gegen die Freisprüche für zwei Bauleiter eingelegt. Die Verurteilung eines Bauüberwachers zu acht Monaten auf Bewährung will die Anklagebehörde hingegen nicht anfechten, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte. Eine weitere Bauüberwacherin war als vierte Angeklagte auf Antrag von Staatsanwaltschaft und Verteidigung freigesprochen worden.

Das Landgericht hatte die beiden Bauleiter privater Firmen am vergangenen Freitag freigesprochen, weil ihnen "kein Pflichtverstoß" nachzuweisen sei, der ursächlich für den Tod von zwei Anwohnern bei dem Gebäudeeinsturz am 3. März 2009 gewesen war. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft für die beiden Bauleiter jeweils ein Jahr Haft auf Bewährung gefordert.

Medienberichten zufolge hatte der verurteilte Bauüberwacher der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) bereits zuvor Revision gegen seine Verurteilung durch das Landgericht eingelegt. Nach Überzeugung der Kölner Strafkammer war die alleinige Ursache des verheerenden Unglücks eine Fehlstelle in einer Schlitzwand beim U-Bahnbau. Bei dem Einsturz am Waidmarkt in der Kölner Südstadt war ein Schaden von mehr als einer Milliarde Euro entstanden.


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