10.10.2018, 19:35 Uhr

Panama City (AFP) Hurrikan "Michael" trifft in Florida auf Land

Überschwemmungen in Panama City. Quelle: AFP/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Brendan Smialowski)Überschwemmungen in Panama City. Quelle: AFP/Brendan Smialowski (Foto: AFP/Brendan Smialowski)

Sturm der zweithöchsten Hurrikan-Kategorie erreicht US-Bundesstaat

Hurrikan "Michael" ist in Florida auf Land getroffen. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Stundenkilometern und heftigen Regenfällen erreichte das Auge des Sturms nach Angaben des US-Hurrikanzentrums am Mittwoch den sogenannten Panhandle, eine Küstenregion im Nordwesten des US-Bundesstaats. Gouverneur Rick Scott warnte, "Michael" könne für den Panhandle der "zerstörerischste Sturm seit einem Jahrhundert" werden. Hunderttausende Menschen sollten ihre Häuser verlassen.

Mit stündlich eindringlicheren Warnungen hatten die Behörden die Einwohner Floridas auf die "unvorstellbaren Zerstörungen" des Hurrikans vorbereitet. Gegen Mittag (Ortszeit) traf "Michael" dann unweit der Stadt Mexico Beach, rund 32 Kilometer südostlich von Panamy City, als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie vier auf Land.

Das US-Hurrikanzentrum hatte die Menschen davor gewarnt, den Sturm auf die leichte Schulter zu nehmen: Mit bis zu vier Meter hohen Flutwellen, Starkregen und der Kraft, Bäume zu entwurzeln, habe "Michael" lebensbedrohliches Potenzial. "Riskiert nicht euer Leben, geht sofort, wenn ihr dazu aufgefordert werdet", erklärte der US-Wetterdienst.

Die Behörden riefen rund 375.000 Bewohner in 20 Bezirken auf, sich vorsorglich in Sicherheit zu bringen. Für 120.000 Bewohner des Bay County, eine tiefer gelegene Küstenregion im Panhandle, ordneten sie die Evakuierung an. Gouverneur Scott mobilisierte 2500 Nationalgardisten.

Überall besorgten sich Bewohner Sandsäcke, vor den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Die Universität von Florida kündigte für die gesamte Woche ihre Schließung an. In den Schulen des Bezirks Leon, wo auch die Regionalhauptstadt Tallahassee liegt, wurde der Unterricht abgesagt.

Scott warnte, "Michael" sei ein "monströser Sturm", der Teilen von Florida "totale Zerstörung" bringen könne, insbesondere den tiefer gelegenen Küstenorten. Der Chef der Katastrophenschutzbehörde Fema, Brock Long, sagte bei einer Einsatzbesprechung im Weißen Haus, "Michael" sei der stärkste Sturm im Panhandle seit 1851. Die Bewohner der Küste müssten mit "unvorstellbarer Zerstörung" rechnen. Das Wasser der meterhohen Sturmfluten könne kilometerweit ins Landesinnere vordringen und "leicht" bis über die Dächer der Häuser steigen.

Für eine Flucht aus den Küstengebieten sei es nun aber zu spät, sagte Long: "Bringt Euch in Sicherheit und seid vorsichtig", riet der Behördenchef den ausharrenden Bewohnern. Sie sollten auf gar keinen Fall nach draußen gehen: "Ihr werdet es nicht überleben. Es ist tödlich", warnte Long.

Seinen Angaben zufolge können viele Häuser in Florida einem Hurrikan über der Kategorie drei nicht standhalten. Einige Menschen müssten zudem damit rechnen, wochenlang ohne Strom zu sein.

US-Präsident Donald Trump rief über den Kurzbotschaftendienst Twitter den Notstand für die Region aus, um rasch Bundesmittel freizusetzen. Die Gouverneurin von Alabama, Kay Ivey, hatte bereits am Montag den Notstand erklärt. Georgia gab ebenfalls eine Katastrophenwarnung aus.

Mitte September hatte der Sturm "Florence" an der Ostküste der USA für schwere Überschwemmungen und Schäden gesorgt, darunter auch in Florida. Mehr als 30 Menschen kamen ums Leben. Vor einem Jahr hatte Hurrikan "Irma" eine Schneise der Zerstörung in Florida geschlagen.

Laut dem Sonderbericht des Weltklimarats IPCC vom Montag dürften durch die fortschreitende Erderwärmung folgenschwere Wetterextreme wie Stürme und Dürren häufiger werden. Trump lehnt Verpflichtungen zum Klimaschutz jedoch ab, da er in ihnen ein Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes sieht.


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