10.10.2018, 08:41 Uhr

Celle (AFP) Verdächtiger im Mordfall Marinowa in Stade von Spezialkräften gefasst

Viktoria Marinowa. Quelle: TVN.BG/AFP/Archiv/HO (Foto: TVN.BG/AFP/Archiv/HO)Viktoria Marinowa. Quelle: TVN.BG/AFP/Archiv/HO (Foto: TVN.BG/AFP/Archiv/HO)

Niedersächsische Behörden bestätigen Festnahme in Deutschland

Die niedersächsischen Behörden haben die Festnahme eines 20-jährigen Verdächtigen im Fall der ermordeten bulgarischen Journalistin Viktoria Marinowa bestätigt. Der Mann sei nach Hinweisen bulgarischer Behörden am Dienstagabend in Stade bei Hamburg von Zielfahndern aufgespürt und von Spezialkräften festgenommen worden, teilten die Generalstaatsanwaltschaft in Celle und das Landeskriminalamt in Hannover am Mittwoch mit.

Zuvor hatte bereits Bulgariens Innenminister Mladen Marinow in Sofia die Festnahme des Verdächtigen in Deutschland bestätigt. Bei ihm handelt es sich laut dem bulgarischen Generalstaatsanwalt Sotir Zazarow um einen bereits wegen Mordes und Vergewaltigung gesuchten Mann. Ein Zusammenhang zwischen dem Verbrechen und der Arbeit der Journalistin bestehe nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht.

Nach Angaben der niedersächsischen Behörden handelt es sich bei dem Festgenommenen um einen bulgarischen Staatsbürger, dem zur Last gelegt wird, die Journalistin vergewaltigt, beraubt und ermordet zu haben. Die bulgarischen Ermittler hatten mit einem europäischen Haftbefehl um den Zugriff in Deutschland ersucht.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Celle wird nach eigenen Angaben nun die Voraussetzung für die Auslieferung prüfen und das weitere Verfahren betreiben. Dazu gehört auch, dass sie beim zuständigen Oberlandesgericht einen Haftbefehl für den Verdächtigen beantragt.

Die Leiche der 30-jährigen Viktoria Marinowa war am Samstag in der bulgarischen Stadt Ruse aufgefunden worden. Die Frau wurde vergewaltigt und starb durch Schläge auf den Kopf sowie Ersticken.

Die Fernsehjournalistin arbeitete für den privaten Lokalsender TVN, der am 30. September ihre Interviews mit zwei investigativen Journalisten ausstrahlte. Diese berichteten über ihre Recherchen zur mutmaßlichen Veruntreuung von EU-Geldern in Bulgarien durch Geschäftsleute und Politiker.


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