09.10.2018, 20:25 Uhr

Miami (AFP) Florida wappnet sich für Hurrikan "Michael"

Sturm "Michael" bewegt sich auf Florida zu. Quelle: NOAA/RAMMB/AFP/Lizabeth MENZIES (Foto: NOAA/RAMMB/AFP/Lizabeth MENZIES)Sturm "Michael" bewegt sich auf Florida zu. Quelle: NOAA/RAMMB/AFP/Lizabeth MENZIES (Foto: NOAA/RAMMB/AFP/Lizabeth MENZIES)

Gouverneur warnt vor "totaler Zerstörung" von Teilen des US-Bundesstaates

Mit Evakuierungen und eindringlichen Warnungen hat sich der US-Bundesstaat Florida auf das Eintreffen des potenziell zerstörerischen Hurrikans "Michael" vorbereitet. Das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) stufte "Michael" am Dienstag auf die zweite von fünf Hurrikan-Kategorien hoch. Wenn er am Mittwoch auf Land trifft, dürfte er sich weiter verstärken. Floridas Gouverneur Rick Scott erklärte, "Michael" könnte für seinen Bundesstaat "der zerstörerischste Sturm seit Jahrzehnten" werden.

Besonders gefährdet waren die Küstenregionen im Nordwesten des Bundesstaats. Die Polizei im Landkreis Bay County forderte 120.000 Bürger mit Evakuierungsanordnungen auf, sich in Sicherheit zu bringen. Vor den Tankstellen in der Gegend bildeten sich lange Schlangen, mancherorts wurde das Benzin knapp. Gouverneur Scott appellierte an die Bevölkerung: "Wenn man Sie zur Evakuierung auffordert, gehen Sie."

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 155 Stundenkilometern erreiche "Michael" derzeit die zweite von fünf Stufen, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) am Dienstag in Miami mit. Wenn er im US-Bundesstaat Florida voraussichtlich am Mittwochnachmittag (Ortszeit) auf Land treffe, werde er wahrscheinlich Stufe drei erreichen und heftige Niederschläge mit sich bringen.

Nach seinem Eintreffen an der nördlichen Golfküste soll "Michael" am Donnerstag weiter über den Südosten der USA hinwegziehen. Über der Inselkette Florida Keys ging bereits am Montag heftiger Regen nieder.

"Es ist ein monströser Sturm und die Vorhersagen werden immer schlimmer", erklärte Gouverneur Scott. "Michael" sei "eine tödliche Gefahr" und "könnte Teilen unseres Staates totale Zerstörung bringen", insbesondere den tiefer gelegenen Küstenorten.

Scott mobilisierte 2500 Nationalgardisten. Die Behörden warnten vor lebensgefährlichen Sturmfluten, Starkregen und kräftigen Sturmböen. Für 35 Bezirke in Florida wurde der Notstand ausgerufen. Auch die Gouverneurin des benachbarten Bundesstaates Alabama, Kay Ivey, rief den Notstand aus.

US-Präsident Donald Trump rief die Bewohner der Region auf, sich auf das Schlimmste vorzubereiten. Seine Regierung stehe zur Unterstützung von Sturmopfern bereit.

Die Universität von Florida kündigte für die gesamte Woche ab Dienstag ihre Schließung an. In den Schulen des Bezirks Leon, wo auch die Regionalhauptstadt Tallahassee liegt, wurde der Unterricht abgesagt.

Mitte September hatte der Sturm "Florence" an der Ostküste der USA für schwere Überschwemmungen und Schäden gesorgt, darunter auch in Florida. Mehr als 30 Menschen kamen ums Leben. Vor einem Jahr hatte Hurrikan "Irma" eine Schneise der Verwüstung in Florida hinterlassen.

Laut dem Sonderbericht des Weltklimarats IPCC vom Montag dürften durch die fortschreitende Erderwärmung folgenschwere Wetterextreme wie Stürme und Dürren häufiger werden. US-Präsident Trump sieht in Verpflichtungen zum Klimaschutz aber vor allem ein Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes.


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